1. Neue Begegnung


    Datum: 10.07.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... Weiße Tischdecke, Stabkerze, Stoffservietten. Die Kellnerin begrüßte Sebastian mit einem kurzen Nicken. Sie kannte seinen Namen. Natürlich.
    
    „Du kommst öfter her", stellte Verena fest.
    
    „Selten in Begleitung."
    
    Sie lächelte, verlegen. Errötete. Natürlich. Wieder.
    
    Sebastian nam ihr die Weinkarte aus der Hand, blätterte kurz, sah sie dann an: „Oder möchtest du heute die Chefin sein?"
    
    „Nur wenn ich auch die Rechnung kriege", sagte sie und lachte. Ihre Stimme klang heller, als sie wollte. Aber er lachte mit - offen, ehrlich.
    
    Sie tranken Weißwein. Trocken, französisch. Er bestellte, ohne zu zögern, aber mit Bedacht. Salat mir Rinderstreifen für sie, Steak für ihn. Ihre Gespräche kreisten zunächst um das Geschäft. Noch einmal streiften sie die Projektdetails, den Kontakt zur Einkaufsabteilung, Zahlungsziele. Alles professionell. Aber unter der Oberfläche brodelte es.
    
    „Du hast beim letzten Mal etwas gesagt, das mir nicht aus dem Kopf geht", sagte Sebastian, nachdem der Hauptgang serviert wurde.
    
    Verena sah auf. „Was denn?"
    
    „Du meintest, du hättest nie erlaubt, woanders hinzugehören, als wir über Deine Ausbildung sprachen."
    
    Sie senkte den Blick. Spielte mit der Gabel. „Manchmal rede ich zu offen."
    
    „Nein. Du redest ehrlich."
    
    Sie schwiegen. Dann brach sie es mit einem peinlichen Versprecher, als sie von „Forderungssalat" statt „Forderungsanalyse" spricht. Sofort spürte sie die Hitze im Gesicht, begann leicht zu stottern, wie früher in mündlichen ...
    ... Prüfungen.
    
    „Ich... ich.... ich...also, sorry - das war nicht... ich meinte natürlich..."
    
    Sebastian hob nur leicht die Hand. „Alles gut. Ich weiß, was du meintest."
    
    Er lächelte. Und schmunzelte. Nicht über sie - sondern für sie.
    
    „Du weißt gar nicht, wie charmant Dein Stottern ist." Verena schwieg. Ein warmer Kloß breitete sich in ihrem Bauch aus. Ihre Finger berührten den Stiel ihres Weinglases, dann wanderten sie fast unbewusst zu einer Haarsträhne, die sie zwischen Daumen und Zeigefinger zwirbelte. Es war diese eine Bewegung. Die, die sie sich selbst abgewöhnen wollte. Die, die zeigte, dass es heiß wird unter ihrer Haut.
    
    Sebastian sah es. Natürlich. Aber sagte nichts.
    
    Die Kellnerin brachte die Rechnung.
    
    Er zahlte. Schnell, diskret, angemessenes Trinkgeld. Keine Geste, kein Spiel. Nur das Selbstverständnis eines Mannes, der geben wollte - ohne Pflicht. Die Kellnerin holte den Bewirtungsbeleg.
    
    Auf dem Rückweg redeten sie weniger. Persönlicher. Sebastian erzählte von seiner Trennung. Dass er dachte, mit Mitte 30 sei das Leben klar. Und dann kam die Scheidung. Ein Streit, Ihr Auszug. Danach die einsamen Wochenenden, der geteilte Freundeskreis. Die ungefragte Leere.
    
    Verena hörte zu. Nam jedes Wort in sich auf. Ihre Antworten waren sparsam, aber fein dosiert. Kein Mitleid. Nur echtes Interesse.
    
    Als sie an ihrem Auto ankammen, stiegen sie gemeinsam aus. Ein letzter Blick. Ein letzter Moment.
    
    „Danke für den Abend", sagte sie. Ihre Stimme war leise. ...
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