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Die Abenteuer der Maya Klein 04
Datum: 09.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... stupste. Maya las jetzt die Nachrichten durch, während sie mit ihrer linken Hand Wilmas Hinterkopf kraulte. Olaf Flacker hatte ihr ein Bild vom Sonnenaufgang über dem Güterbahnhof geschickt. Dann ein weiteres mit einer Frau und zwei kleinen Mädchen. Unbekannte Nummern, Danksagungen von Männern, welche sie nicht kannte. Ein Karlo, ein Matthias und ein Stefan. Es war nur irre. Sie schienen fest davon überzeugt zu sein, dass sie ohne ihr Zutun in dieser Nacht gestorben wären. Wurde sie manipuliert? Würde Luchs so weit gehen? Oder war es Mangold, der sich sorgte? Vielleicht aus Kollegialität? „Alles gut, Süße? Wer hat dir denn da alles geschrieben?" „Nur ein paar Kollegen. Mir ging es nicht so gut, da wünschen sie mir gute Besserung." Sascha sah sie über den Rückspiegel hinweg an, dann lächelte er. „Na, die sind ja geil drauf." Er schaltete das Radio an und ließ einen Popsender laufen. Das Telefon klingelte, es war Juliane. Sollte sie rangehen? Sie zögerte. „Ja?" „Hey Türmchen! Wir haben gehört. Geht es dir gut?" Maya brauchte in diesem Moment nicht in sich hinein fühlen. Es ging ihr viel besser als noch am Morgen. „Im Moment geht es." Für einen Moment wurde es still, dann hörte sie Axels Stimme aus dem Hintergrund. „Du schmeißt nicht hin, Türmchen! Bitte! Das würde mir echt die Birne ficken." Maya schloss die Augen, fühlte in sich hinein und spürte das Verlangen in dieser Richtung. Aber auch das Gewissen gegenüber ihren Kollegen. Jetzt ...
... tauchte ein weiteres Bild in ihrem inneren Auge auf. Das Bild von Frau und Töchtern Flackers. Wäre er heute Nacht gestorben? „Sag ihm, alles gut. Montag gehen wir zusammen auf Streife." „Dann sind wir erleichtert, Türmchen. Schicken dich in einen Krieg. Die sind doch bescheuert." Maya seufzte. „Wusste doch keiner. Luchs meinte, er hätte in seiner gesamten Dienstzeit noch nie so etwas erlebt." „Trotzdem, Türmchen. Bei all deinen besonderen Fähigkeiten, die sollen sich unterstehen, dich kaputt zu machen. Du magst in vielen Dingen besonders sein, aber dein Kopf tickt völlig normal. Das müssen die checken. Unbedingt. Die Gollwig soll mit dem Luchs sprechen, sonst steige ich dem persönlich auf den Ast. Das ist ein Versprechen." Maya kannte Juliane gut genug, um ihre Worte ernst zu nehmen. Sie setzte sich für die Kollegen ein, immer. Sie war auch Sprecherin der Dortmunder Polizeigewerkschaft, wie sie erzählt hatte. „Ich hab dich lieb, Türmchen!", hörte sie jetzt Sandras Stimme. „Freu mich auf unseren nächsten Stadtbummel. Hab ein schönes Wochenende! Grüße deinen Freund von mir." Maya beendete das Gespräch, legte das Gerät neben sich, da ging nach wenigen Minuten das nächste Telefonat ein. Es war eine ihr unbekannte Nummer. „Hallo!", grüßte sie leise in das Handy. „Danke, Klein! Sie haben heute mehr geleistet, als wir erwarten durften", hörte sie Mangolds Stimme. „Ruhen Sie sich aus! Von mir aus nehmen Sie sich auch einen Krankenschein und die Zeit, welche Sie ...