1. Sabines Geschichte - Teil 21


    Datum: 11.08.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... dem Flur begegnen, nur so sehen? Ihr bester Vergleich war ihre Nachbarin Claudia, die sie mittlerweile halb bzw. ganz nackt gesehen hatte. Aber bei dem Gedanken an sie hatte Sabine nicht das Bild einer nackten Claudia vor sich. Anscheinend hatte Matthias in dieser Hinsicht aber ein Problem.
    
    “Ich denke, dass es ganz normal ist, wenn du mich so in Erinnerung hast. Schließlich war es ja eine eher ungewöhnliche Situation für uns beide und sowas bleibt halt hängen.”, versuchte sie zu erklären. “Und mal unter uns gesagt, ich finde es nicht schlimm, wenn du solche Erinnerungen an mich hast. Da gibt es, denke ich, schlimmeres.”
    
    Matthias schwieg weiter und Sabine versuchte es anders. Sie schlug die Beine übereinander, sodass ihr Fuß ins Blickfeld von Matthias gelangen musste. “Wie war es denn dann, als du Erika und mich barfuß im Büro gesehen hast? Hast du uns dann auch jedes Mal so vorgestellt?”, wollte sie wissen.
    
    Es dauerte einen Moment, bis er antwortete: “Das kann man nicht miteinander vergleichen.”
    
    ‘Also stellt er sich uns jedes Mal barfuß vor.’, überlegte sich Sabine. ‘Aber anscheinend hat er dabei schon eine Art Gewöhnung entwickelt.’
    
    Es entwickelte sich ein Gedanke in ihrem Kopf, der gewagt, aber auch reizvoll war. “Und wenn du mich nackt siehst? Ich meine nicht nur in deiner Vorstellung, sondern zum Beispiel hier und jetzt? Hilft es, wenn ich in deiner Gegenwart nackt bin und du dich so… daran gewöhnen kannst?”
    
    Als sie den Gedanken ausformuliert hatte, ...
    ... drehte sie ihn mental hin und her und erkannte bei jeder Drehung, wie fragil das Konstrukt war. Sich als eine Art Therapie für Verklemmte zur Verfügung zu stellen, damit das Kopfkino aufhört Amok zu laufen? Ist es die Beziehung zu einem Arbeitskollegen wert, so weit zu gehen? Andererseits reizte sie der Gedanke, sich nackt zu präsentieren, das war ihr durchaus bewusst.
    
    “Ich… ich weiß nicht.”, flüsterte Matthias kaum hörbar, noch immer auf den Boden schauend. “Es geht mir dabei ja auch um dich und um deine Gefühle. Wenn wir uns im Büro über den Weg laufen und du weisst, wie ich dich sehe, das muss doch für dich unerträglich sein.”
    
    ‘Mit Sicherheit hätten da ein paar von unseren Kollegen ein Problem mit.’, dachte sich Sabine und versuchte für sich zu entscheiden, wie sehr sie an Matthias Offenbarung zu knabbern hatte. Fakt war, dass er sie schon damals überaus freizügig gesehen hatte. Doch er hatte die Situation nicht für sich ausgenutzt, sondern sich stattdessen überaus schüchtern und zurückhaltend verhalten. Und jetzt saß sie hier nackt neben ihm und konnte fühlen, dass er am liebsten direkt aus der Sauna geflüchtet wäre. Sie selbst hingegen fühlte sich obgleich dieser einseitigen Nacktheit nicht im Nachteil, tatsächlich mochte sie dieses Gefühl, das sie auch bei sich zuhause verspürte, wenn sie sich zum Beispiel im Garten bei Hannelore sonnte.
    
    Sanft legte sie ihm die Hand auf sein Knie und sagte: “Matthias, ich danke dir für deine offenen Worte und finde es toll, dass du ...
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