1. Die Geschichte der Maya Klein 12


    Datum: 13.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    Alltag
    
    Die nächsten Tage an der Schule waren sehr anstrengend für Hevi und Maya gewesen. Jeder wollte mit ihnen sprechen und sich von ihnen erzählen lassen, was es mit dem Zusammentreffen mit dem berühmten Star auf sich hatte. Sowohl das Radio als auch das Fernsehen hatten Teams zur Schule geschickt, nachdem Schüler in den sozialen Medien offengelegt hatten, an welche Schule Maya ging. Einige von ihnen hatten sich interviewen lassen, Maya selbst aber hatte jedes Gespräch abgelehnt. Und schließlich waren es ihre Lehrer gewesen, welche die Medien vom Schulgelände mit Androhung eines Polizeirufs verbannt hatten.
    
    So waren es auch Juliane, Axel und Sandra, die nach der Schule zuverlässig auftauchten, Maya und Hevi einluden und dann nach Hause brachten. Gollwig hielt Wort und suchte ihren künftigen Schützling mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen.
    
    So tat es gut, dass neue Ereignisse die alten ablösten und es mit jedem verstrichenen Tag um sie herum wieder ruhiger wurde und das öffentliche Interesse abebbte. Hevi war traurig darüber, aber Maya hatte mehr als genug Aufmerksamkeit gehabt und war froh, dass sie langsam zurück in ihr vorheriges Leben fand.
    
    Noa unterdessen durchlebte Höhen und Tiefen. Ihr Kopf steckte nach wie vor voller Energie und Tatendrang, doch ihr Körper wurde unterhalb ihrer Brust zum Hindernis. Sie beschrieb ihn als Zementsack, welcher ihr anhing und den sie überall hinschleppen musste.
    
    Von den Tätern fehlte nach wie vor jede ...
    ... Spur, und das, obwohl eine hohe Belohnung für Hinweise in ihre Richtung ausgesetzt worden war. Auch Nadja hatte zu der ausgeschriebenen Summe etwas beigesteuert, doch niemand hatte etwas gehört oder gesehen, was sachdienlich war.
    
    Maya besuchte die Freundin so oft wie möglich, zumal sie Noa allein ohne Hilfe bewegen konnte. So unternahm sie mit der Freundin Ausflüge in die Stadt, besuchte Nadja in ihren Läden oder ging zur Sporthalle, in der die Israelin viele Jahre ihren Sport gelehrt hatte.
    
    Die Polizei hatte auch ihre Schüler vernommen. Etliche davon waren Muslime, doch hatte Noa sich das nicht vorstellen wollen. Mit jedem von ihnen hatte sie ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt.
    
    „Geht das so für dich?“, fragte Maya, als sie die Freundin zurück in den Rollstuhl gehoben hatte.
    
    Noa nickte zu ihr auf und griff in die Räder. Sie wollte keinesfalls geschoben werden.
    
    „Alles fein. Wenn ich dich jeden Tag bei mir hätte, würde ich hier bleiben, Türmchen.“ Sie lächelte, während sie den Weg über den Flur entlang zum Fahrstuhl des Krankenhauses zurücklegten. Bevor Maya etwas sagen konnte, fuhr sie aber auch schon fort und relativierte ihre Aussage wieder. „Das war Spaß, Türmchen! Du hast jetzt eine Aufgabe! Und der kommst du mit aller Entschiedenheit nach, hörst du? Gib den Menschen Sicherheit! Gerade denjenigen, die davon nur wenig haben. Versprich es mir!“
    
    Maya legte der Freundin ihre riesige Hand auf deren rechte Schulter. „Ich verspreche es. Und wenn ich die ...
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