1. Die Geschichte der Maya Klein 12


    Datum: 13.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... oder nicht.“ Sie blieben an der Bushaltestelle stehen. Der Nächste würde in einer Viertelstunde kommen.
    
    „Sascha meint es ernst“, stellte Maya fest. „Zumindest glaube ich das. Also ich habe im Moment wenig Zweifel, dass es so ist.“
    
    „Ist doch gut!“, erwiderte Noa. „Das ist eines der Dinge, welche ich mir vom Leben habe lehren lassen. Greif selbst in die Scheiße, lass sie dir aber nicht von anderen erklären und zeigen. Weißt du, was ich meine?“
    
    Maya nickte. „Ich denke schon. Hoffentlich passiert das nur nie.“
    
    „Du kommst mich besuchen, Maya!“, forderte Noa. „Das hast du mir versprochen.“ Die kleine Frau im Rollstuhl sah zu der Freundin auf.
    
    „Ja, hab ich. Werd ich auch. Nur weiß ich noch nicht, wann das sein wird.“ Sie zeigte Noa eine entschuldigende Miene.
    
    Die kleine Frau im Rollstuhl lächelte. „Lass mal, ich werde dich oft genug daran erinnern.“
    
    Sie verbrachten schöne Stunden miteinander. Obwohl Noa gelöst und freudig in dieser Zeit wirkte, wusste Maya dennoch, dass diese schon bald wieder ins nächste Loch fallen würde. Eine Pflegerin hatte ihr in dieser Richtung Andeutungen gemacht. Anderen gegenüber stark auftretend, sah es im Inneren der Freundin ganz anders aus.
    
    Das Lernpensum, welches ihr von Dr. Wilmersbach und Frau Makarowa auferlegt wurde, war immens. Maya fühlte sich im Anschluss an diesen Zusatzunterricht wie erschlagen und wollte nur noch ihre Ruhe finden. Sascha zeigte notgedrungen Verständnis, kam sie abends besuchen und hatte jetzt auch ...
    ... schon ein paar Mal bei ihr geschlafen. Sex war bei ihnen dabei kein Thema gewesen. Maya fühlte sich zu sehr gehemmt. Die Eltern schliefen nur ein Zimmer weiter.
    
    Ihre Leistungen an der Schule waren durchweg gut geworden. Die Lehrer waren voll des Lobes und die Prüfungsvorbereitungen trugen Früchte. So hatte sie zwei Testprüfungen mit 2,4 und 1,9 bestanden. Ergebnisse, die sie noch vor einem halben Jahr nicht für möglich gehalten hatte. Sie ging jetzt sehr selbstbewusst und ohne Angst mit diesem Thema um und war bereit dazu, weitere Anstrengungen auf sich zu nehmen.
    
    Bei Sascha lief es nicht ganz so gut. Den Abikurs empfand er als anstrengend und immer wieder zog er es vor, sich lieber um sich selbst zu kümmern, als um den Lernstoff. Maya störte das, gerade jetzt, wo sie durch Fleiß solche Fortschritte erzielt hatte. Es hatte hier zum ersten Mal zwischen ihnen langanhaltenden Streit gegeben, der sich über die letzten zwei Tage hinweg wie ein Schatten über ihrer Beziehung gelegen hatte. Dabei hatte er ihr sogar das Privileg, die Unterstützung von Nachhilfelehrern nutzen zu können, vorgehalten. Er meinte, es wäre keine Kunst, durch deren Hilfe zu glänzen.
    
    So war Maya heute voller Frust zu Manfred gefahren, hatte ihm beim Aufbauen von ein paar Möbeln geholfen und sich dann mit ihm in die Küche gesetzt, welche zum Versammlungspunkt der Freunde geworden war.
    
    Manfred stellte ihr eine dampfende große Tasse mit Milchkaffee hin. „Lass ihn in Ruhe! Druck führt bei Sascha zu ...
«1234...28»