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Die Geschichte der Maya Klein 12
Datum: 13.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... verloren in ihrer Jacke, der schweren Kutte und den Lederhosen. Viele Piercings im Gesicht und Tätowierungen an Armen bis hinauf zum Hals entsprachen noch am ehesten dem Klischee einer Bikerin. Ruby war eher gemütlich, trug eine ähnliche Kluft, war aber kräftig und sah mit ihrem Kurzhaarschnitt burschikos aus. Annika war hochgewachsen, sportlich und mit langen blonden Haaren ein ziemlich heißer Feger. Um die vierzig Jahre alt, war sie die Lebensgefährtin von Toelke, was Maya niemals für möglich gehalten hätte. Josi war noch kleiner als Jaqueline. Sie war mit Horst zusammen, Mitte dreißig, wie Maya schätzte, und Mutter von fünf Kindern. Sie meinte, dass sie nichts hatte anbrennen lassen und alles an Männern mitgenommen hatte, was ihr über den Weg gekommen war. Leider dabei auch das eine oder andere ungewollte Souvenir, wie sie betrübt feststellte. Sie zeigte Maya stolz die Fotos ihrer Kinder, und trotz dessen sie alle von verschiedenen Vätern stammten, schien der Zusammenhalt groß unter ihnen zu sein. Zumal Horst sie zwar liebte und eine treue Seele war, aber auf ihre Kinder weniger Bock hatte. So war sie hin- und hergerissen, ob sie sich trennen und jemand anderen suchen sollte oder mit diesem Defizit ihres Partners leben wollte. Das Niveau der Kommunikation mit diesen Frauen hatte eine ganz andere Tiefe als mit den Freundinnen, welche sie an der Schule hatte. Die vier Frauen besaßen Erfahrung, hatten einiges erlebt, viele Nöte durchlitten und sich dennoch immer ...
... wieder gefangen. Es war für Maya ein Erlebnis, ihnen zuhören zu dürfen und an ihren Geschichten teilzuhaben. Wie zuvor wurde ihre Größe kurz angerissen. Sonst aber ging es um ihre Wünsche, Pläne und Vorlieben. Hier kam nach ein paar weiteren Bieren auch das Thema Intimität auf den Tisch, und Maya erzählte offen, welche Herausforderungen sie damit verband und wie sie diese mit ihrem Partner gelöst hatte. Es war halb drei Uhr nachts, bis die drei wieder aufbrachen. Manfred durfte Cans Benz fahren. Ein Vertrauensbeweis ähnlich dem von Zecke, der sein Motorrad zuvor Can zur Verfügung gestellt hatte. Der deutschtürkische Freund hatte vollgetankt, wie er kleinmütig zugab, konnte sich kaum noch aufrecht halten und hatte sich das letzte Stück zum Auto sogar von Maya tragen lassen. Sehr zur Erheiterung der Clubleute. „Kann mich Manne bei Sascha absetzen, bevor ihr zu dir weiterfahrt?“, fragte sie Can, der mit glasigen Augen ihr dabei zusah, wie sie ihn auf den Beifahrersitz anschnallte. „Ich liebe dich, Knöllchen! Ich will Kinder mit dir!“, lallte er. Manfred lächelte, wartete, bis sie sich auf die Rücksitzbank gequetscht hatte, und meinte, er könnte es sicher verantworten, sie zu Sascha zu fahren. Er würde sich schon um Can kümmern. Sie sollte sich keine Sorgen machen. „Süßer? Ich bin auf dem Weg. Sorry, wurde später. Hab echt interessante Menschen kennengelernt“, berichtete Maya, während sie vergebens eine bequeme Sitzhaltung auf der beengten Rückbank suchte. „Sind die ...