1. Die Geschichte der Maya Klein 12


    Datum: 13.08.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... schnell gefahren bin. Das geht ganz hurtig bei mir. Kloppen tue ich mich allein, das hat nichts mit euch zu tun. Hier halte ich Ruhe.“
    
    Atilla sah Can nachdenklich an. Man sah ihm an, dass es ihm nicht gefallen hatte, was der Junge da zum Besten gab.
    
    „Wenn Maya und Manfred für dich bürgen, kannst du mit ‚nem Bike Prospect werden. Ansonsten bleibt es erst einmal bei Hang-arounds. Das gilt auch für euch zwei.“
    
    Manfred und Maya zögerten nicht. Can war jemand, der sein Wort hielt. Auch hatte er nie wieder Stress gemacht, seit dem Vorfall am Kanal. Zumindest nicht, wenn die Freunde dabei gewesen waren.
    
    Die Biker und Bikerinnen stellten sich jetzt alle der Reihe nach bei den dreien vor. Einfache Leute, von einer Friseurin aus Hagen bis hin zu einem Versicherungskaufmann aus Fröndenberg war alles dabei. Die Bindungen zwischen den Membern waren eng. Viele hatten Patenschaften von Kindern übernommen, waren Trauzeugen oder hatten in Zeiten der Not aufopferungsvoll geholfen. Der ganze Club fühlte sich gesund an.
    
    Maya hörte gerne den Geschichten der Männer und Frauen zu. So waren sie gemeinsam nach Norwegen getourt, aber auch durch Frankreich bis runter nach Spanien. Auch England, Polen und Italien waren schon ihre Ziele gewesen. Jeden Sommer machten sie Fahrten über mehrere Wochen, wenn auch nicht jeder von ihnen die Zeit dazu fand. Doch gab es dann noch die Wochenenden oder spontane Treffen unter der Woche. Wollte man quatschen, was loswerden oder suchte nach einem ...
    ... Tapetenwechsel, stand das Clubhaus offen, und fast immer war jemand da. Krollwitz schien dort fast zu wohnen.
    
    Was Maya besonders gefiel: Äußerlichkeiten schienen kaum zwischen den Männern und Frauen eine Rolle zu spielen. Zwar waren ein paar der Männer ziemlich ansehnlich, aber die meisten hatten offensichtliche Defizite. Übergewicht, Bluthochdruck, Asthma, Gehbehinderung, Rücken- oder Sprachprobleme. So wurde auch sie sofort akzeptiert und zwar als besonders empfunden, aber man lenkte deshalb nicht sofort den Fokus auf sie und ließ sie in Ruhe.
    
    Auch Manfred ging es so. Die Leute schienen zu fühlen, dass er etwas auf dem Kasten hatte, und wussten trotz Zwei-Wort-Sätzen und Beklommenheit, ihn nach und nach aufzutauen. Das Bier half und auch Can, der hier den Freund immer wieder aus der Reserve lockte. Er mochte Manfred sehr, auch wenn er das nie zugegeben hätte.
    
    Jaqueline, Ruby, Anika und Josi nahmen Maya mit zur Theke und begannen sie auszufragen. Dabei zeigten sie sich erstaunt, dass sie noch so jung war. Sascha, ihre Eltern, die Ausbildung bei der Polizei, alles wurde von den Clubfrauen hinterfragt. Dabei wurde auch klargestellt, dass die Frauen volle Member waren und alle Entscheidungen mittrugen. Dass sie im Moment keine Führungsrollen stellten, lag nicht daran, dass die Männer sie benachteiligen würden, sondern dass sie als Mütter und Selbstständige nicht die Zeit hatten, sich intensiv um das Clubleben zu kümmern.
    
    Jaqueline war dünn, relativ klein und wirkte etwas ...
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