1. Andreas - der Schlüssel


    Datum: 14.08.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,

    ... draußen."
    
    Er lässt mich zurück. Ich starre mein Spiegelbild an. Meine Lippen sind gerötet, mein Lippenstift verschmiert, mein Make-up halb verwischt. Mein Haar steht wild ab, wie nach einem Gewitter. Ich wirke nicht geschlagen. Nur gebraucht.
    
    Ich wasche mich schnell, fahre mit den Fingern durch die Haare, binde sie zu einem Knoten. Dann ziehe ich mich an -- langsam, wie nach einem Sturz. Bluse. Blazer. Lippenstift. Haltung.
    
    Als ich aus der Toilette trete, steht er am Ende des Flurs. Wartet. Er sagt nichts. Ich auch nicht.
    
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    Oben im Foyer ist das Event noch in vollem Gange. Stimmen, Lachen, Gläserklirren. Niemand schaut uns an. Und doch: Ich weiß, dass ich zu sehen bin.
    
    Ich halte den Kopf hoch, meine Schritte fest, aber mein Herz schlägt zu schnell. Andreas läuft neben mir. Nicht vor mir. Nicht hinter mir. Neben mir.
    
    Und dann -- wie aus dem Nichts -- Caro.
    
    Sie steht nur ein paar Meter entfernt, im Gespräch mit einer Gruppe Frauen. Sie sieht mich. Sie sieht uns. Unsere Blicke treffen sich. Ihre Augen verengen sich leicht. Kein Lächeln. Nur ein Blick, der alles weiß. Mein Gesicht wird heiß. Ich senke den Blick -- und hasse mich dafür.
    
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    Draußen, vor dem Gebäude, herrscht milde Nachtluft. Andreas schaut mich an. Sein Gesicht ist schwer zu lesen. Nicht zärtlich, nicht triumphierend -- eher nachdenklich.
    
    „Darf ich Dich nachhause Fahren?"
    
    Ich nicke.
    
    Die Fahrt ist still. Kein Radio. Kein Smalltalk. Nur das Surren der Reifen auf dem ...
    ... Asphalt. Andreas fährt neuerdings elektrisch. Ich schaue aus dem Fenster. Zähle Laternen. Tue so, als sei ich unberührt. Dann vibriert mein Handy. Ich ziehe es aus der Tasche.
    
    SMS von Caro: „Echt jetzt? Im Klo oder was? Nach all dem?"
    
    Ich starre auf die Nachricht. Mein Bauch zieht sich zusammen. Sie hat alles sofort durchblickt.
    
    Ich tippe: „Es ist nicht, was du denkst."
    
    Dann lösche ich die Nachricht. Und schreibe nichts.
    
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    Vor meiner Haustür bleibt Andreas sitzen.
    
    „Willst du, dass ich mit hochkomme?"
    
    Ich lache. Leise. Trocken.
    
    „Nein."
    
    Er nickt und sagt: „Sag Bescheid, wenn du wieder einen Schlüssel brauchst."
    
    „Vielleicht kommt der nie wieder raus", sage ich.
    
    Er schaut mich an. Ruhig. „Vielleicht wäre das das Vernünftigste."
    
    Ich öffne die Tür, steige aus. Drehe mich nicht um. Als ich oben in meiner Wohnung ankomme, stehe ich lange am Fenster. Ich sehe sein Auto noch die Straße hinunterfahren. Kein Bremslicht. Kein Zögern. Ich schließe die Vorhänge.
    
    Ich schreibe Caro erst am nächsten Morgen.
    
    "Hast du heute Abend Zeit?"
    
    Zwei Stunden später kommt die Antwort.
    
    "Kommt drauf an, wofür."
    
    Ich lasse das Handy sinken. Die Botschaft ist klar. Kein Lächeln, kein Herz-Emoji.
    
    Kein Caro-Tonfall. Nur kontrollierte Distanz.
    
    Ich antworte: "Zum Freundinnen-sein. Zum Zuhören. Und zum Anschreien, wenn's sein muss."
    
    Diesmal schreibt sie sofort:
    
    "19 Uhr. Gleiche Bar wie früher. Du bezahlst!"
    
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    Ich bin pünktlich. Natürlich. Sie ist ...
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