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Andreas - der Schlüssel
Datum: 14.08.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,
... Ich bin keine naive Frau, die missbraucht wurde. Ich bin eine, die mitgespielt hat. Und irgendwann versucht hat, die Regeln zu ändern. Und das Spiel ist ihr um die Ohren geflogen. Das ist vielleicht das, was am meisten wehtut: Dass ich es wusste. Dass ich es trotzdem wollte. Und dass ich es jetzt nicht einfach abschütteln kann. In der Stille meines Schlafzimmers formuliere ich in Gedanken einen letzten Satz, den ich ihm vielleicht nie schreiben werde: „Wenn du wiederkommst, dann nur, um zu bleiben. Nicht, um zu kommen." Ich glaube, das ist der Unterschied. --- Es ist Freitagabend, und ich habe tatsächlich zugesagt. Caro steht wie immer pünktlich mit einer Flasche Crémant vor meiner Tür, trägt ihre Oversize-Lederjacke und diesen Ich-mach-heute-keine-Gefangenen-Blick. Ich mag das an ihr. Ihre Art, sich selbst als Ausrede fürs Weiterleben zu benutzen. „Du siehst fertig aus", sagt sie, als sie mich mustert. „Danke. Du auch." Wir lachen. Ich lasse sie rein. Zwei Gläser später sitzen wir auf meinem Sofa, in Wolldecken gewickelt, unsere Füße berühren sich. Die Musik im Hintergrund ist alt -- irgendeine Spotify-Playlist mit melancholischen 2000ern. Natürlich spielt gerade *The Scientist* von Coldplay. Wie passend. „Und, hast du ihm geschrieben?", fragt sie, ohne den Namen zu sagen. Ich schüttele den Kopf. „Ich glaube, er weiß genau, dass ich noch schwanke. Das gefällt ihm." Caro nickt. „Du warst nie gut in klaren Schnitten. Bei Sebastian ...
... war's genauso." Der Name trifft wie ein Echo. Ich sehe kurz in mein Glas. Das Prickeln auf der Zunge ist schal geworden. „Willst du wirklich über ihn reden?", frage ich. Es klingt härter, als ich es meine. „Ich will gar nichts", sagt sie. „Aber vielleicht solltest du." Sebastian. Mein Ex-Mann. Mein Lehrmeister in Sachen Hoffnung und Kontrollverlust. Er war mein Anfang und mein Ende. Mein sicherer Hafen -- und das Messer in meinem Rücken. Wir haben uns geliebt. Wirklich. Es war keine Zweckbeziehung, kein Sicherheitskonstrukt. Wir haben gelacht, gestritten, gekocht, geschwitzt. Ich habe ihm vertraut. Nicht naiv -- sondern weil ich wollte, dass es jemand wert ist, gehalten zu werden. Und er war es. Bis er es nicht mehr war. --- „Weißt du noch, wie er dich das erste Mal mit in diese furchtbare Kochschule geschleppt hat?", fragt Caro grinsend. Ich nicke. „Er dachte wirklich, wir könnten dabei entspannen. Stattdessen habe ich drei Stunden lang Kartoffeln falsch geschält und ihn beim Flirten mit der Dozentin beobachtet." „Und bist danach trotzdem mit ihm ins Bett gegangen." „Weil ich dachte, das ist unser Rezept für Nähe. Erst das Leben. Dann die Versöhnung." Caro prostet mir zu. „Er war gut im Entschuldigen." „Und im vögeln", sage ich. „Er konnte mich im Bett führen, wie niemand sonst. Und ich wollte ihm einfach glauben. Immer." Ich lehne mich zurück, blicke an die Decke. Der Wein macht mich weich. „Ich war nie genug für ihn. Obwohl er immer ...