1. Black and White


    Datum: 15.08.2026, Kategorien: gemischtrassige Liebe,

    ... geschlagen auf der Party. Mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg gehalten, sich eingemischt, ein paar Witze erzählt. Okay, das eine oder andere Mädel war sauer auf sie, weil ihr Kerl die Gier nicht aus den Augen bekam. Aber was konnte Angelina dafür?
    
    Ich ahnte nicht, dass sie mich genauso beobachtet hatte. Beim nächsten Treffen erzählte sie mir, dass sie hatte wissen wollen, ob ich immer noch den Arsch vom Dienst herauskehrte und mit Leuten meines Schlages verkehrte. Zunächst verstand ich nicht, was sie meinte, denn natürlich verkehrt man mit den Leuten, mit denen man sich versteht. Es folgte ein längerer Vortrag über die Verfehlungen meiner Kindheit, dem heutigen Mit- bzw. Gegeneinander in den asozialen Medien und meiner Clique im Besonderen. Dass sie alle sehr nett seien und gut miteinander lachen und streiten könnten.
    
    "Streiten?"
    
    "Ja, diskutieren, ohne sich gleich die Köpfe einzuschlagen. Argumente austauschen und auch mal eine andere Meinung gelten lassen."
    
    "Aber das ist doch selbstverständlich", behauptete ich.
    
    "Ach ja?", fragte sie nur und damit war eigentlich alles gesagt.
    
    Wir saßen auf einer Parkpark und schauten einer Oma beim Entenfüttern zu.
    
    "Sie sieht einsam aus", erklärte Angelina plötzlich.
    
    "Aber glücklich", meinte ich zu erkennen.
    
    "Glaubst du?"
    
    "Geh hin und frag sie doch."
    
    Ich hätte nie damit gerechnet, aber Angelina ging und fragte. Wir luden die Oma ins Café zu Kaffee und Kuchen ein und sie erzählte uns eineinhalb Stunden ...
    ... ihre Lebensgeschichte. Früh geheiratet, ein glückliches Leben gehabt, zwei Kinder. Der Sohn würde sie häufig besuchen kommen, aber die Tochter hätte einen Franzosen geheiratet. 'Ausgerechnet den Erbfeind', hätte ihr Vater gesagt, der noch gegen Franzosen gekämpft hatte. Aber seine Urenkelin hätte er dann abgöttisch geliebt. 'Leider sehe ich sie viel zu selten' hatte Oma bedauert. 'Kinder sind das Salz dieser Erde. Wollt ihr auch welche?' 'Darüber haben wir noch nicht gesprochen', mussten wir zugeben.
    
    Es war diese Begegnung, die Angelina dazu veranlasste mich in ihre Wohnung einzuladen. Davon bin ich fest überzeugt. Es war nicht aufgeräumt und etwas verlegen zeigte sie mir alles, zum Schluss das Schlafzimmer.
    
    "Hast du Kondome?", fragte sie mich plötzlich.
    
    "Seit Wochen schleppe ich die schon mit mir herum", grinste ich.
    
    Das stimmte. In zwei hatte ich allerdings schon hinein gewichst, aus lauter Frust bei ihr nicht weiterzukommen.
    
    Sie machte den oberen Knopf ihrer Bluse auf und schloss ihn wieder. Stattdessen zog sie ihre Schuhe aus. Sie schaute mich seltsam an, fragend, unsicher.
    
    "Wir müssen es nicht tun", sagte ich.
    
    Der Satz war mir noch nie über die Lippen gekommen und der Teufel auf der anderen Schulter mischte sich ein: 'Doch! Du musst! Fick sie endlich!'
    
    "Ich weiß", nickte Angelina. "Aber wo du doch schon einmal hier bist."
    
    Sie lächelte gequält.
    
    "Ich meine das ernst", behauptete ich.
    
    Dass der Satz zweideutig war, merkte ich erst, als ich ihn ...
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