1. Die Bergwanderung 01. Teil


    Datum: 17.08.2026, Kategorien: Liebende Frauen,

    ... selbst viele haben."
    
    Nach einiger Zeit kamen wir an eine Stelle, wo ein Bach aus einer Schlucht am Berghang den Weg überspülte, um dann ins Tal zu stürzen. „Heuer hats viel geregnet, normalerweise ist das nur ein Rinnsal", erklärte Liesel, „kennst du noch den Ottmar?" „Ist das nicht der, der sich jeden Abend beim Wirt betrinkt, dann anfängt zu singen und irgendwann einschläft und nach der Sperrstunde die ganze Straßenbreite braucht um nach Hause zu wanken?"
    
    „Ja, genau der. Er ist hier vor zwei Wochen mit seinem Traktor abgestürzt, dreißig Meter tief!" Sie fuhr langsam in die reißenden Fluten, ihr Gesicht war hochkonzentriert und die Finger umklammerten das Lenkrad, bis die Knöchel weiß hervortraten. Das Führerhaus neigte sich bedrohlich zur Seite, ich versuchte mich krampfhaft mit der einen Hand festzuhalten, mit der anderen den Hund auf meinem Schoß.
    
    Plötzlich ging ein Ruck durch die schwere Zugmaschine und sie rutschte ein Stück talwärts. Ich schrie erschreckt auf, aber Liesel blieb ganz cool, lenkte gegen und gab Vollgas. Die riesigen Räder wühlten Schlamm und Steine auf, das Wasser spritzte. Ehe ich mich von dem Schreck erholt hatte, waren wir schon samt Anhänger auf dem sicheren Weg auf der anderen Seite angekommen. „Halte sofort an", rief ich. „Wieso, hast du Angst bekommen und willst zu Fuß weiterlaufen?", grinste sie. Ich umarmte sie, „Du bist echt der Wahnsinn! Wie profihaft du mit diesem riesigen Teil umgehen kannst, irre!"
    
    Sie runzelte die Stirn und ...
    ... ihre dunklen Augen funkelten mich an. „Meinst, obwohl i lei a zarts Dirndle bin? Ihr habt mich ja nicht mit den Spielzeugautos mitspielen lassen, da musste ich mich halt früh mit den richtigen Autos befassen, notgedrungen! Außerdem bin ich das einzige Kind zuhause und muss den Eltern bei der Arbeit auf dem Hof helfen können." Dann lächelte sie wieder und wir küssten uns wild, bis sie keuchend mahnte: „Wir sollten weiterfahren, es ist nicht mehr weit und ich brauche jetzt dringend Kaffee!"
    
    Kurze Zeit später erreichten wir die Alm und wir labten uns an Kaffee, frisch gebackenem Brot und einer deftigen Brettljausen. „Hast du Lust auf eine Wanderung? Ich habe heute viel Zeit!" Natürlich hatte ich Lust und wollte, da sich unser Urlaub dem Ende zuneigte, noch so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen. Wir folgten einem schmalen Trampelpfad bis zur Kuppe eines Hügels von dem man eine grandiose Aussicht hatte, im Norden bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Tauern, im Süden die gezackten Berge in Italien, vor uns die sattgrünen Almwiesen. Nachdem wir eine kleine eingezäunte Schutzhütte passiert hatten, erreichten wir am Rand einer tiefen Schlucht eine Bank, auf der wir uns niederließen.
    
    „Hier müssen die Pfähle erneuert werden, damit die Viecher nicht abstürzen", erklärte sie mir. Liesel und ich genossen engumschlungen die absolute Ruhe und die Wärme der Sonne, wir konnten die Finger nicht von uns lassen. Wir schmusten, bis Gekläffe in der Nähe dem Frieden ein jähes Ende setzte. ...
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