1. Ausraster (Teil 3 von 3)


    Datum: 18.08.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... erteilen?“
    
    „Das würde ich offiziell nie zugeben. Jede Maßnahme war medizinisch erforderlich, ist alles hier lückenlos dokumentiert. Nur so viel: Reißen Sie sich in Zukunft zusammen, sonst landen Sie wieder hier, und beim nächsten Mal wird Ihr Aufenthalt ein bisschen länger sein. Und wir haben auch noch die eine oder andere Überraschung parat, die dazu führen wird, dass Sie sich einen dritten Aufenthalt nicht wünschen werden.“
    
    „Botschaft angekommen“, sagte ich.
    
    „Das freut mich“, sagte der Arzt süffisant. „Dann werden wir Sie jetzt entlassen.“
    
    „Das freut mich wiederum“, erwiderte ich.
    
    Man ließ es sich allerdings nicht nehmen, mich den ganzen Weg zur Station noch einmal in meinem vollen Ornat zurücklegen zu lassen. Die Entlassung würde erst auf der Station stattfinden, erklärte mir die Schwester. Bis dahin kämen dieselben Sicherheitsvorkehrungen zur Anwendung wie bislang auch. Also schlurfte ich gottergeben mit meinen kurzen Schrittchen durch das Gebäude und ließ mich noch einmal ausgiebig anstarren.
    
    Auf der Station wurde ich einen Raum geführt, in dem allerhand Materialien ...
    ... gelagert wurden. Dort lagen auf einem Stuhl meine Klamotten. Die Schwester zog einen Magneten aus ihrem Kittel hervor und befreite mich von meinen Fesseln.
    
    „Ziehen Sie sich Ihre Sachen an und kommen Sie dann nochmal ins Stationszimmer“, sagte sie. „Da bekommen Sie Ihren Entlassungsbrief.“
    
    Ich zog mir die Strumpfhose bis zu den Knien herunter und knöpfte die Plastikhose auf. Dann befreite ich mich von der Windel und warf sie in den Müllsack eines abgestellten Pflegewagens. Ich warf einen nachdenklichen Blick auf meinen Slip und steckte ihn schließlich achselzuckend in meinen Rucksack. Zog die Strumpfhose wieder hoch und stieg in meine Jeans.
    
    Als ich endlich wieder in meiner Wohnung angekommen war, zog ich gleich die Jeans aus. Ich legte mich auf mein Bett und stellte mir vor, dass ich daran festgeschnallt war. Dann wanderte meine rechte Hand wie von selber unter den Bund meiner Strumpfhose. Ich stellte mir vor, wie sich wohl ein zweiter Aufenthalt in der Psychiatrie gestalten würde. Irgendwie fand ich den Gedanken ganz verlockend, es beizeiten einmal in Erfahrung zu bringen.
    
    ENDE 
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