1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... langsam hinter den Anderen in die Schleuse und gab die erforderlichen Kommandos zum Festmachen an der Schleusenwand. Hierbei achtete sie darauf, dass sie in die Nähe einer Leiter festmachten, über die man hinauf ans Festland gelangen konnte.
    
    »So ihr lieben«, meinte Klaus-Peter, »jetzt ist der Moment gekommen, schon wieder Abschied voneinander zu nehmen.«
    
    Er drückte seine beiden Töchter fest und verabschiedete sich von Thomas mit einem kräftigen Händedruck, nahm seinen kleinen Rucksack und kletterte die Leiter hinauf. Oben angekommen rief er ihnen hinunter: »Wenn ihr in England angekommen seid, ruft bitte an! Dann weiß ich, dass die Überfahrt gut verlaufen ist.«
    
    »Machen wir Papa«, sagte Helena, »und tschüüüß!«
    
    »Wünsch Opa alles Gute von uns!«, rief Melanie.
    
    »Mache ich. Und euch Mast und Schotbruch!« Er wartete so lange, bis sie das Schleusenmanöver beendet hatten. Sie winkten sich gegenseitig zum Abschied zu. Als sie Kurs West, in Richtung Den Helder genommen hatten, machte er sich zu Fuß auf die Suche nach einem Taxi, welches ihn zu seinem Auto nach Lemmer zurückbringen sollte.
    
    Nachdem sie die vorgelagerte Insel passiert und Den Helder querab gelassen hatten, meinte Helena: »Jetzt sind wir aus dem dicksten Wuling raus. Ihr könnt die Segel wieder setzen.«
    
    Melanie und Thomas folgten ihrem Befehl und anschließend stellte sie den Motor ab. Die Kassiopeia nahm Fahrt auf und durchschnitt in sanfter Bewegung die Grunddünung der Nordsee.
    
    »Wer von euch will ...
    ... jetzt mal Ruder gehen?«, fragte Helena ihre Mitreisenden. »Ich muss an den Kartentisch und den Kurs nach England bestimmen«.
    
    »Willst du, Thomas?«, fragte Melanie.
    
    »Klar gerne!«
    
    »Der Kurs ist derzeit 270°«, sagte Helena.
    
    Er übernahm das Ruder und sie verschwand unter Deck. Sie setzte sich an den Navigationsplatz und berechnete aus der augenblicklichen Position, die sie vom GPS Gerät ablas, der momentanen Strömung in der Nordsee gemäß Gezeitenkalender und dem Ziel an der englischen Küste den Kurs. Nach einer Weile kam sie wieder an Deck und gab die Anweisung: »Gehe bitte auf 240°.«
    
    »Gut, ich luve etwas an. Könnt ihr Groß und Fock dichter holen?«
    
    Sie trimmten die Segel und lehnten sich anschließend zurück. Nach einer Weile bemerkte Thomas: »Wenn der Wind so bleibt, wird das eine ruhige Überfahrt.«
    
    »Warte erst einmal ab«, gab Helena zu bedenken. »Wir sind gerade erst auf die offene See gekommen. Wir brauchen zwei Tage für die Überfahrt. In dieser Zeit kann sich das Wetter noch ändern. -- Gut, der Wetterbericht hat keinen Sturm oder Flaute vorhergesagt, aber wir haben es öfters schon erlebt, dass er ein wenig auffrischt.«
    
    »Du sprichst aus Erfahrung?«, fragte er.
    
    »Ja, wir haben schon öfters eine Fahrt zu den West- oder Ostfriesischen Inseln unternommen.«
    
    »Es ist echt schade, dass Papa zurückmusste«, warf Melanie ein. »Zum Ende meines Studiums bin ich nur selten zu Hause gewesen und jetzt im praktischen Jahr habe ich noch weniger Zeit, nach Hause zu ...
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