1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... Studentenzimmer. Tage später habe ich ihm gesagt, dass ich ihn nicht mehr wiedersehen will. Das hat er oder wollte er nicht verstehen. Er hat mich weiter angerufen, mir Nachrichten geschickt und versucht, mich in der Uni zu treffen. Ich machte alles, um ihm aus dem Weg zu gehen, und war nur noch zu den Vorlesungen in der Uni. Danach bin ich immer sofort nach Hause. Als er dann einmal vor meiner Tür auf mich gewartet hat und mit rein wollte, hatte ich Glück, dass ein anderer Sportstudent im Hausflur war. Das war so ein Ein-Meter-neunzig-Schrank, der mir zu Hilfe kam und dem Typen zu verstehen gegeben hat, dass er mich in Ruhe lassen solle. Ich habe mich bei ihm bedankt und ihn auf einen Kaffee zu mir eingeladen, seine Freundin, die ich vom Sehen kannte, kam später auch noch dazu. Ich habe ihnen die Geschichte in Kurzform erzählt und sie meinten, dass dieser Typ ein klassisches Stalker-Arschloch sei und dass ich ihm mit einer Anzeige bei der Polizei drohen sollte, wenn er mich nicht in Ruhe lassen würde. Das habe ich auch gemacht und danach war Ruhe.«
    
    »Oje, Schwesterherz! Warum hast du denn nichts davon früher erzählt oder mir wenigstens eine E-Mail geschrieben?«
    
    »Ich weiß, es war dumm von mir. Ich hatte versucht, ein Problem einmal allein, ohne Papa oder meine große Schwester zu lösen.«
    
    »Ich verstehe, was du meinst. Aber es ist nie verkehrt, um Hilfe zu bitten, wenn man sie braucht. Und auch, wenn du das Problem alleine gelöst hast, und du hast dich absolut richtig ...
    ... verhalten, bin ich immer für dich da, und höre dir zu. Komm mal her!«
    
    Helena rutschte zu ihr herüber und ihre Schwester nahm sie in den Arm. Nebeneinander blieben sie auf Melanies Koje sitzen.
    
    »Darf ich auf Thomas zurückkommen?«, fragte Melanie nach einer Weile.
    
    »Klar!«
    
    »Dir hat es gefallen, wie er dich eingecremt, wie er dich berührt hat?«
    
    »Mmh«, nickte Helena.
    
    »Und, kann es sein, dass du immer noch Angst hast, dich auf etwas Neues einzulassen?«
    
    »Ja, vermutlich hast du recht. Die Erfahrung war einfach zu grässlich. Mit ihm ist das so anders.« Nach einer Weile fragte sie: »Meli?«
    
    »Ja, Schwesterherz.«
    
    »Ich habe Angst.«
    
    Melanie schwieg.
    
    »Ich habe Angst, dass er mir genauso weh tut, wenn wir uns näher gekommen sind. Und ich habe Angst, dass ich deswegen eine Chance verpasse, wenn ich ihm unrecht tue. Hier auf dem Boot ist das noch schwieriger. Ich kann nicht einfach weggehen, wenn ich etwas nicht will.«
    
    »Ich verstehe dich, eine vertrackte Situation! Ich sehe zwei Möglichkeiten: Entweder du verschiebst alles auf die Zeit nach dem Urlaub oder du versuchst es jetzt, mit deinem Herz zu lösen«, schlug Melanie vor.
    
    »Nach dem Urlaub sind wir alle wieder verstreut.«
    
    »Und was sagt dir dein Herz im Moment?«
    
    »Ich sehe bei ihm keinen einzigen schlechten Funken.«
    
    »Dann schau doch, zu was für einem Menschen er sich entwickelt hat. Sieh doch die Enge des Boots nicht als Nachteil an, sondern nutze sie zu deinem Vorteil. Wo könntest du sonst in so ...
«12...828384...191»