1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... Mitternacht geschlossen hatte, machten sie an einem kleinen Anleger vor der Schleuse fest. Alle zogen sich bei gleichbleibender Kojenaufteilung zu ihren Schlafplätzen zurück.
    
    Thomas lag in seiner Koje, hatte die Arme unter dem Kopf verschränkt und stieß einen zufriedenen Seufzer aus. Er ließ den Tag Revue passieren und hatte das Gefühl, dass er Helena an diesem Tag wieder ein bisschen näher gekommen war. Es hatte sich zwar keine weitere Gelegenheit ergeben, dass sie so wie tags zuvor, sich in der Kombüse spärlich bekleidet nahegekommen waren. Doch die Art, wie sie auf seine Blicke reagiert und ihn zwischendurch angelächelt hatte, bestärken ihn darin, dass er sich auf dem Weg befand, dem Melanie ihm nahe gelegt hatte. Es wurde ihm erneut warm ums Herz, als er sich den Moment in Erinnerung holte, als Helena sich sogar an ihn gelehnt hatte. Er war sich sicher, dass es keine zufällige Berührung gewesen war. Sie hatten nebeneinander im Cockpit gesessen und auf dem langen Schlag zur Themsemündung hatte sie sich irgendwann entspannt und sich an ihn gelehnt, als ob sie Halt bei im gesucht hätte. Er war so von ihrer Geste überrascht gewesen, dass er sich lange Zeit nicht getraut hatte, sich zu bewegen. Er hatte diesen Moment so lange wie möglich hinausziehen wollen. Doch irgendwann hatten sie leider den Kurs in Richtung flussaufwärts ändern müssen und dieser zarte, intime Moment hatte ein jähes Ende gefunden.
    
    In der Koje nebenan fragte Helena: »War das nicht ein wunderschönes ...
    ... Etmal heute?«
    
    »Ja, es war heute wirklich schön. Für mich ist es die schönste Etappe bisher gewesen. Und sonst?«
    
    »Was meinst du?«
    
    »Hat sich deine Sichtweise ihm gegenüber verändert?«, fragte Melanie.
    
    »Hmm. Er ist... Wie soll ich das sagen? Er ist ein... er hat ein großes Herz. Es ist ein liebes Herz. Und ich mag ihn... mehr als den Freund aus Kindertagen.«
    
    »Und?«
    
    »Was und?«
    
    »Wirst du ihn in dein Herz lassen?«
    
    »Ich habe immer noch ein bisschen Angst. Aber nicht mehr so viel wie vorher.«
    
    »Ja?«
    
    »Ich glaube,... er hat... er hat mein Herz schon erreicht.«
    
    Tag 8 - Sightseeing in London
    
    Am nächsten Morgen wurden sie von ›Rule, Britannia!‹ in voller Lautstärke geweckt. Die Geschwister kamen zu Thomas in den Salon und sie schauten sich alle fragend an. Helena sah aus einem Salonfenster, welches zum Fluss ging und sah dort nur eine weiße Stahlwand.
    
    »Kommt! Lasst uns an Deck gehen«, forderte sie die anderen auf.
    
    Sie schoben das Luk auf und kletterten den Niedergang hinauf. Draußen erwartete sie ein ungewöhnliches Schauspiel. Ein riesiges Kreuzfahrtschiff fuhr in diesem Moment flussaufwärts an ihnen vorbei. Dort spielte man die britische Nationalhymne ab, während es durch die geöffnete Tower-Bridge fuhr.
    
    »Na das ist ja mal was«, sagte Thomas, »ich glaube, das sieht man nicht alle Tage.«
    
    »Und das Wecken mit so schöner Musik!«, meinte Melanie.
    
    Alle machten Fotos mit ihren Mobiltelefonen und warteten, bis das Schiff vorbei und die Brücke ...
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