1. Ein unerwarteter Segeltörn Komplett


    Datum: 20.08.2026, Kategorien: Erstes Mal

    ... erschütternd gut. Ich meine gerade etwas anderes. Manches hat einen Zauber... klingt jetzt blöd, weiß ich... dem kann ich mich nicht entziehen.«
    
    Helena dachte über das nach, was er sagte. Er machte auf sie einen sensiblen Eindruck. ›Er ist sensibel. Ich mag... ihn!‹
    
    Er sorgte sich ein wenig, ob sie den Film albern finden würden. Jedoch verdrängte er den Gedanken, denn das Licht im Saal verlosch und der Film begann. Sie lachten herrlich bei der Szene über die Unmöglichkeit der Zungenbrecher, die die Figuren zum Sprachtraining lernen mussten.
    
    Thomas genoss es, den Film im Original auf der großen Leinwand zu sehen. Er fühlte sich eigentlich glücklich in diesem Moment. Das letzte Quäntchen, das letzte Puzzlestein zum vollendeten Glück, welches ihm fehlte, saß neben ihm. Er überlegte ob und wann er sich trauen sollte.
    
    Helena gefiel der Film. Sie fand, dass er witzig gemacht war und dass die Tanzeinlagen genial waren. Ihr fiel auf, dass die Szenen viel länger geschnitten waren, als dies in aktuellen Filmen getan wurde. Sie schmunzelte über die Einstellung, als die Figur des Don Lockwood sich von seiner Freundin verabschiedet hatte und im beginnenden Regen, taumelnd vor Glück, anfing, zu singen und zu tanzen. Da spürte sie plötzlich, dass jemand ihre Hand berührte. Thomas legte seine Hand auf die ihre. Wärme breitete sich von da aus. Ihr Herz begann zu klopfen.
    
    Was fühlte sie?
    
    Fühlte sie sich sicher?
    
    Sie fühlte sich sicher.
    
    Wollte sie?
    
    Ja, sie ...
    ... wollte!
    
    Sie war bereit, ihm ihr Herz weiter zu öffnen.
    
    Sie spreizte ihre Finger, ließ seine zwischen ihre gleiten und hielt ihn fest.
    
    Für Thomas verlor der Film schlagartig an Bedeutung. Seine Aufmerksamkeit galt der zarten kleinen Hand. Sie hielt ihn fest! Sie wies ihn nicht zurück! Er hielt sie fest, er wollte sie für immer festhalten. Sie ließ ihn nicht los. Er atmete erleichtert tief aus.
    
    Melanie vernahm seinen Seufzer und warf einen Blick hinüber. In der wechselnden Dunkelheit erkannte sie zunächst nichts Ungewöhnliches, bis sie sah, dass ihre Schwester und er sich die Hände hielten. ›Endlich!‹, dachte sie sich.
    
    Helena verstand mit einem Mal, wie ihn dieser Film bewegte. Sie konnte durch seine Hand spüren, welche Momente in dem Film ihn mehr mitnahmen als andere. Winzige Bewegungen, ein leichter Druck hier oder eine Entspannung dort übertrugen seine Empfindungen genauso gut, wie eine neuronale Kanüle, die sie einmal einem Science-Fiction-Film gesehen hatte, mit der Menschen untereinander verbunden waren.
    
    Der Film kam zum Ende und Thomas hatte den Eindruck, die Zeit sei verflogen. Er wäre am Liebsten sitzen geblieben, da er ihre Hand nicht loslassen wollte.
    
    Als der Abspann sich dem Ende näherte, stand Melanie auf. Helena schaute zu Thomas und fragte: »Wollen wir?«
    
    Er nickte. Sie beide standen ebenfalls auf und lösten ihre Hände voneinander. Schweigend verließen alle den Saal, gingen durchs Foyer und blieben draußen vor dem Kino, stehen.
    
    »Und, wie fandet ihr ...
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