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Datum: 12.09.2026, Kategorien: Reif
... Rückfragen stellte, völlig in Ordnung war. Nach dem Besuch einer Ballettvorstellung, fragte Wolfgang mich dann eines Tages, ob ich nicht mal mit zu ihm kommen wollte. Die Freude machte ich ihm gerne, nicht zuletzt, weil mich inzwischen manchmal die Sorge beschlich, dass meinen Nachbarn der „wechselnde Herrenbesuch" bei mir auffallen würde. Darauf war ich nun wirklich nicht scharf. Wolfgang wohnte in einem großen Bungalow aus den 60er oder 70er Jahren, große Räume, bodentiefe Fenster, die auf einen Garten sehen ließen. Elegante, moderne Möbel, einige wenige Antiquitäten, Kunst an den Wänden und endlos viele Bücher auf Regalen, die einfach an der Wand montiert waren. Ich war beeindruckt ... Meinen ersten Besuch bei ihm feierten wir mit etwas Champagner, der uns rasch, leicht beschwipst in sein großes Schlafzimmer führte, in ein riesiges Ehebett, vermutlich jenes, welches er früher mit seiner Dorothea geteilt hatte. Nachdem wir zweimal miteinander gevögelt hatten, rief und bezahlte er mir ein Taxi, welches mich zurück nach Hause brachte. Wieder war es weit, weit nach Mitternacht. Allermeist war es so, dass, wenn Wolfgang sich bei mir meldete und ein Treffen vorschlug, dies mit einer interessanten kulturellen Aktivität verbunden war. Einmal war es sogar dazu gekommen, dass er mich zu einem Wochenendausflug einlud, in eine andere größere Stadt. Wir besuchten eine Kunstausstellung, bummelten durch die Stadt, gingen abends schick essen und später noch in eine ...
... Opernaufführung. Wir übernachten in einem eleganten Hotel, es wurden die ersten beiden Nächte, in denen wir beide beieinanderblieben, und nicht einer von uns wieder zurück zu sich ging. So vergingen einige Monate, über die ich nur staunen konnte, dass ich es so hinbekommen hatte, dass keiner der beiden etwas von mir und dem jeweils anderen erfuhr. Ein Dauerzustand würde das aber auf keinen Fall sein können, das war mir klar. Eine Entscheidung dazu, einen ersten Schritt, nahm mir allerdings jemand anderes ab. Die große Veränderung wurde von Thomas Chef eingeläutet. Thomas erzählte mir eines Abends, als wir mal wieder bei mir um die Ecke essen gegangen waren, das Lokal, in dem wir nach dem großen Spaziergang essen gegangen waren, war zu unserem Lieblingslokal, zum Stammlokal geworden, dass ihm sein Chef die Vertriebsleitung angeboten hätte. Ich strahlte, beglückwünschte ihn, sagte ihm, dass ich mich für ihn sehr freuen würde. Zu meinem großen Erstaunen hellte sich seine Miene allerdings nicht auf, eher im Gegenteil. Irgendetwas stimmte dabei nicht ... „Wo ist der Haken, Thomas?", fragte ich. „Es geht um die Münchner Niederlassung ...", seufzte er. Wir fassten uns beide an den Händen und sahen uns lange an, sahen uns lange tief in die Augen. „Verdammt, Thomas, das ist nicht fair ... wir haben uns doch gerade erst kennengelernt ..." In Wirklichkeit war es inzwischen mehr als ein halbes Jahr her, dass wir uns zum ersten Mal begegnet waren. „In meiner Branche gibt es nur ...