1. Anschluss unter dieser Nummer


    Datum: 12.09.2026, Kategorien: Reif

    ... zwei Betriebe, in denen ich so arbeiten kann wie jetzt, der eine ist hier, der andere in Stuttgart, das sind auch sicher 300 Kilometer, die dann zwischen uns liegen ...
    
    Thomas war nun nach München gezogen, hatte die Stelle angetreten, die ihm von seinem Chef angetragen worden war. Es war schmerzlich gewesen, für uns beide. War es die Vernunft gewesen, die letztendlich die Oberhand bekam und gesiegt hatte? Arbeit schlägt Herz? War es wirklich das Herz, das unterlegen war, oder doch eher die Lust, die Freude am Sex miteinander? Ich war eher bei diesem Punkt, von einer echten Herzensbeziehung waren wir, aus meinen Augen, dann noch etwas zu weit entfernt gewesen ...
    
    Sein Wegzug legte sich wie dunkle Wolken über meine Stimmung, sodass es auch meinen Kolleg*innen auffiel, die besorgte Fragen stellten, denen ich aber auswich.
    
    Es dauerte auch, bis ich wieder bereit war, mich auf eine Verabredung mit Wolfgang einzulassen. Es wurde auch nicht viel mehr, als dass wir in einem Restaurant in meiner Wohngegend essen gingen und danach zu mir. Immerhin blieb er die Nacht über bei mir, ein kleiner willkommener Trost. Als ich am nächsten Morgen, nach einem gemeinsamen Frühstück, zur Arbeit aufbrach, überraschte er mich mit einem Vorschlag: „Dich bedrückt doch irgendein Kummer, nimm dir doch mal ein paar Tage frei ... ich glaube, du könntest das gut gebrauchen! Wenn du möchtest, können wir gerne etwas gemeinsam unternehmen, vielleicht bringt dich das auf andere Gedanken ...
    ... ..."
    
    Wolfgangs Vorschlag erschreckte und berührte mich zugleich. Ganz offensichtlich war ihm aufgefallen, dass es mir nicht gut ging. Anders als von manchem Kontakt aus der Vergangenheit, hörte ich kein „Meld' dich, wenn es dir wieder besser geht ...", sondern er bot an, für mich da zu sein.
    
    Tatsächlich sprach ich noch am selben Tag mit meinem Abteilungsleiter, der dagegen absolut nichts einzuwenden hatte, ich verfügte noch über reichlich Urlaubstage für dieses Jahr. An diesem Tag verließ ich das Büro auch etwas früher, kaufte auf dem Nachhauseweg noch einige Dinge ein. Schwang mich dann zu Hause auf mein Rad, packte die Einkäufe in einen Korb und fuhr zu Wolfgang. Ohne es verabredet zu haben, hatten wir uns noch nie getroffen. Es war ein spontaner Entschluss gewesen, ich war ihm für seinen Vorschlag dankbar, mir war nicht klar, warum ich selbst nicht auf diese Idee gekommen war.
    
    Wolfgang fand ich lesend auf seiner Terrasse vor, er staunte riesig, als er mich mitsamt Fahrrad und Lebensmittelkorb erblickte. „Ich dachte, heute Abend koche ich uns mal etwas Schönes, wenn es dir recht ist ...!", begrüßte ich ihn und küsste ihn auf die Wange. „Dann komm mal rein ...", sagte er freudig, „Was für eine tolle Überraschung!"
    
    Später, beim Essen, erzählte ich ihm, dass ich mir seinen Vorschlag zu Herzen genommen hatte und ab dem Ende der Woche zwei Wochen Urlaub hätte ..." „Das finde ich gut ... wird dir sicher guttun ...", antwortete er und lächelte mich lieb an.
    
    Die Nacht über blieb ...
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