1. Anschluss unter dieser Nummer


    Datum: 12.09.2026, Kategorien: Reif

    ... vertrat, Kunden und möglichen Neukunden gegenüber zu repräsentieren.
    
    Gleich am ersten Tag stand ich abends an einer Bar, hatte neben mir einen Kunden unseres Hauses, der in unserem Betrieb einen gewissen Ruf hatte. Da wir alle Namensschilder trugen, erkannte ich ihn, obwohl sein Betrieb nicht zu meinem Reisegebiet gehörte, ich ihn also vorher nie getroffen hatte. Er war auch nicht viel älter als ich ...
    
    Ganz entgegen dem, was man sich bei uns „erzählte", erwies er sich als ausgesprochen nett und unterhaltsam, sodass wir fast den ganzen Abend uns angeregt miteinander unterhielten.
    
    Das wiederholte sich dann auch am nächsten Tag. Zu allen Pausen kamen wir wieder zusammen und auch gleich wieder ins Gespräch miteinander. Selbst am Rückreisetag ließ er es sich nicht nehmen, sich noch bei mir zu verabschieden und sich für die vielen interessanten Gespräche zu bedanken. Mein Bericht über den Tagungsbesuch fiel deutlich schmaler aus als sonst, schließlich hatte ich kaum mit anderen Personen gesprochen als mit ihm.
    
    Die Begegnung mit ihm hatte ich bereits nahezu vergessen, mich inzwischen auch wieder mehrere Male mit Wolfgang getroffen, als etwa zwei, drei Wochen später eine Einladung in meiner Post war.
    
    „Johannes", so hieß dieser Kunde, lud mich zu einem Event seines Betriebes ein, einer Matinee an einem Sonntagmorgen. Meine Kolleg*innen bekamen dies mit und waren ganz überrascht, dass ich von ihm eingeladen worden war, wo ich doch gar nicht seine Kundenbetreuerin ...
    ... war. Außerdem wollten sie natürlich auf der Stelle wissen, wo wir uns begegnet waren ...
    
    Er freute sich sehr, als ich zu der Matinee erschien, sagte mir, dass er sich jetzt vorrangig um Kunden kümmern müsse, aber danach Zeit für mich hätte, wenn ich sie denn auch noch hätte.
    
    Die Veranstaltung war keine zwei Stunden später vorbei, wir fuhren zu seiner Wohnung, wo er sich rasch umzog und mir dann vorschlug, einen Spaziergang am Strand zu machen, der keine Viertelstunde Autofahrt von seinem Wohnort entfernt lag. Wieder unterhielten wir uns wie Freunde, die sich lange kennen. Später lud er mich noch zu einem Abendessen bei einem Italiener ein. Hatte ich gedacht, nach der Matinee bereits am Nachmittag wieder bei mir zurück zu sein, hatte ich mich schwer geirrt. Es war nach Mitternacht, als ich wieder in meiner Wohnung ankam.
    
    Einige Tage danach fand ich einen handgeschriebenen Brief in meinem Briefkasten vor. Johannes bedankte sich für meinen Besuch bei ihm. Gerne würde er mir mal wieder begegnen, vielleicht könnte ich ja beim nächsten Mal ein Fahrrad mitbringen und wir könnten gemeinsam eine Radtour durch die schöne Landschaft machen, in der sein Wohnort lag ...
    
    Gerade war in mein Leben wieder etwas Ordnung eingekehrt, von dem Schmerz, den Jürgen mir mit seinen Schmierereien zugefügt hatte, spürte ich nichts mehr, Thomas' Wegzug nach München hatte ich überwunden, mir gefiel das Zusammensein mit Wolfgang, bei dem ich mich geborgen fühlte, manchmal den Eindruck einer ...
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