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Datum: 12.09.2026, Kategorien: Reif
... schützenden Hand hatte, die er für mich hatte. Nun gab es erneut einen weiteren Mann, der sich ganz offenbar um mich bemühte, noch dazu war es jemand in meinem Alter. Mir war klar, Wolfgang war sich dessen sicher auch bewusst, dass eine Beziehung, in der es einen Altersunterschied von fast dreißig Jahren gab, früher oder später in schwieriges Fahrwasser geraten würde. Die vorgeschlagene Fahrradtour fand tatsächlich schon zwei Wochen später statt, aber ganz anders als von uns beiden gedacht. Nach einer ziemlich großen Tour, offenbar war Johannes ein viel aktiverer Radfahrer als ich, ich war, obwohl die Tour wirklich großartig war und er mir viele schöne Ecken gezeigt hatte, langsam richtig platt, gerieten wir in ein heftiges Sommergewitter. Innerhalb von Sekunden waren wir bis auf die Haut nass und immer noch einige Kilometer von seiner Wohnung entfernt. Die Situation war so verrückt, dass wir beide nahezu unkontrolliert lachen mussten. Als wir in seiner Wohnung ankamen, wurde mir mit Entsetzen eines klar: Ich hatte keine Bekleidung zum Wechseln mit, war davon ausgegangen, abends wieder zurückzufahren. So konnte ich mich kaum ins Auto setzen ... Johannes bot mir, ganz als wäre es das Normalste der Welt, von sich ein Polohemd, eine Shorts und eine Jeans an, meine nassen Sachen könnten zu seinen auf den Wäscheständer ... Dass aus einer Fahrradtour entsteht, dass ein Kunde, den ich erst zum dritten Mal traf, meine Unterwäsche bei sich in der Wohnung trocknen würde, ...
... sprengte meine ganze Vorstellungskraft ... Später kochte er für mich, und da meine Bekleidung auch mehrere Stunden nach dem Wolkenbruch nicht ansatzweise wieder trocken war, bot er mir an, bei ihm zu übernachten. Was blieb mir auch anderes übrig ... Am nächsten Morgen gab es ein herrliches Frühstück, dann einen Spaziergang durch die Stadt. Später half er mir, das Fahrrad wieder in mein Auto zu bekommen, und ich trat in der geborgten Bekleidung den Heimweg an. Diesmal war es an mir, mich bei ihm für das Wochenende zu bedanken, was dann zu einem Brief führte, den ich ihm noch an diesem Abend schrieb, und zu einem Gegenbesuch einlud. Viele Briefe und mehrere gegenseitige Besuche später schliefen wir ein erstes Mal miteinander, wurden bald darauf ein Paar, was mich wegen Wolfgang in eine Zwickmühle brachte. Ihm hatte ich in der letzten Zeit wieder deutlich weniger Aufmerksamkeit gewidmet. Ob er vielleicht schon etwas ahnte? Er hatte schon einmal bewiesen, besondere Antennen zu haben. Ich musste mit ihm sprechen, bald ... Als Wolfgang dann einige Tage später mal wieder bei mir war, wir uns geliebt hatten und lagen beglückt nebeneinander, fasste ich mir ein Herz und erzählte ihm, dass ich jemanden „kennengelernt hatte". „Das habe ich erwartet und mir auch längst gedacht ...", antwortete er mir ganz unbekümmert. „Das ist gut und es freut mich für dich! Ich liebe die gemeinsame Zeit mit dir ... Mir sind aber auch die vielen Jahre zwischen uns bewusst ... Der Vater deiner ...