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Megan - Unter Palmen
Datum: 21.09.2026, Kategorien: Transgender,
... noch immer heiß in mir. Kapitel 2 Es gibt Momente im Leben einer Frau, in denen man weiß: Alles, was man gerade anzieht, wird ohnehin nicht lange angezogen bleiben. Und trotzdem steht man stundenlang vor dem Spiegel, zieht, zupft, pudert und drapiert sich, als ginge es darum, den Vatikan zu beeindrucken. Warum? Weil wir bekloppt sind. Oder weil es sich lohnt. Heute war ein solcher Tag. Okay - Abend. Eine dieser hochtrabenden Veranstaltungen, bei denen man von jedem Deko-Element das Preisschild lieber nicht kennen möchte. Charity, Kultur, „gesellschaftlicher Mehrwert" - sprich: eine Horde Menschen mit zu viel Geld, die sich in zu enge Klamotten zwängt, um über Armut zu reden. Ich hatte beschlossen, nicht aufzufallen. Also trug ich ein Kleid, das man schon aus der Satellitenaufnahme des Saales sehen konnte: Rot. Nicht „Weihnachtsmann"-Rot. Nicht „Romantik"-Rot. Sondern das Rot, das auf Farbfächern meist „verboten" heißt. Französische Spitze, so dünn, dass man den Stoff zwischen zwei Fingern halten und durchschauen konnte. Schulterfrei. Haut wie ein Skandal. Darunter? Keine BH-Panik - ich hatte das Dekolleté freigelassen. Dafür ein roter String, der mehr Andeutung als Textil war, Strumpfhalter, hauchdünne hautfarbene Nylons. Die Sorte, die sich anfühlt wie eine zweite Haut und bei jedem Schritt daran erinnert, dass man unter Menschen zwar „gesittet" wirkt, aber in Wahrheit schon halb nackt ist. Ich schwöre, die Hälfte meiner Erregung kam allein vom Gefühl ...
... dieser Strümpfe. Ashley stand neben mir und machte im Flieder-Ton genau das Gleiche wie ich - nur eben in ihrer Ashley-Version: dezent genug für die Pressefotos, aber so geschnitten, dass jeder mit Fantasie wusste, wie sie sich ohne anfühlt. Ihre Schuhe - und meine - waren eine Katastrophe aus Lackleder, Absatz und masochistischer Schuhdesign-Philosophie. „Noch zwei Stunden und meine Füße sind Geschichte", murmelte ich, als wir in der Ecke des Saales saßen. „Ich gebe dir zehn Minuten", konterte Ashley trocken. Die Bürgermeisterin von Palma auf der Bühne redete über etwas Wohltätiges - ich hörte nur noch die Hälfte, weil Ashley mir plötzlich ins Ohr hauchte: „Da hinten ... Alejandro. Mit seinen Eltern." Mein Blick flog unauffällig nach rechts. Da saß er. Alejandro. Mein Kommilitone. Der, der sonst aussah, als hätte er sich gerade in einem Manga verirrt - heute im anthrazitfarbenen Anzug, weißes Hemd, die Haare ordentlich zum Pferdeschwanz gebunden. Fast ... normal. Fast. Er sah mich. Er zwinkerte. Ich erstarrte. Dann sah ich weg, so schnell, als hätte er mich beim Stehlen erwischt. „Geh hin, blas' ihm einen. Dann hast du es hinter dir", flüsterte Ashley und nahm einen Schluck Wein, als hätte sie gerade nicht den gesellschaftlich fragwürdigsten Satz der Woche gesagt. „Bist du irre?!" Ich spürte, wie mir das Blut in den Kopf schoss - und tiefer. „Wir sind hier ..." „... unter Menschen. Ja. Umso spannender." „Bitte, Ash ..." „Warum nicht? Geh ...