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In Flagranti
Datum: 26.09.2026, Kategorien: Erotische Vereinigung,
Ein Blick in den Rückspiegel auf die leere Straße ließ vermuten, wie spät es war. Da die Uhr in meiner alten Rostlaube nicht mehr funktionierte, konnte ich nur raten. Wahrscheinlich schon nach drei. Ich war auf dem Weg zum Haus meiner Eltern. Aus der Wohnung, die ich mit meiner Freundin Isabell bezogen hatte, bin ich geflohen. Sie hatte mir kurz vorher gebeichtet, dass sie nach der Geburtstagsfeier, auf der sie mit zwei Freundinnen war, mit ihrem Ex-Freund gefickt hatte. Die etlichen Entschuldigungen konnte sie sich sonst wohin schieben. Ich muss allerdings zugeben, ich war überraschend gefasst. Eigentlich sogar froh, dass sie es mir gesagt hatte. Froh, dass ich nicht mit so einem verlogenen Menschen weiterleben musste. Nichtsahnend, was passiert war und gutgläubig wie eh und je. Als ich so über die Autobahn flitzte, war ich allerdings doch etwas in Gedanken verloren. Ebenso anscheinend auch, als ich die Abfahrt nahm und auf der Landstraße immer weiter beschleunigte. Dann plötzlich, ein grelles rotes Licht am Straßenrand. ‚Verdammte Scheiße!', dachte ich. Meine Faust donnerte mehrfach gegen das Lenkrad und ich fing lauthals an zu brüllen. Na gut, vielleicht war es doch auch etwas wegen Isabell, und nicht nur wegen dem Blitzerfoto. Zusätzlich wurde mir klar, dass mein Vater die Post dazu bekommen würde, weil das Auto auf ihn angemeldet war. Der ach so vernünftige Mann, der noch nie einen Strafzettel bekommen hatte. Und sein Sohn würde jetzt schon den zweiten kassieren - ...
... und das noch in der Probezeit. Auch dass ich gerade mit meiner Freundin Schluss gemacht hatte, würde er wohl nicht zählen lassen. Aber das war mir in dem Moment egal. Soll er doch herum meckern, wenn die Post ankommt. Zu dem Zeitpunkt wollte ich einfach nur nach Hause. Nach etwa zehn Minuten hatte ich es auch endlich geschafft. Vor der Einfahrt vom Haus war eine Kleine Baustelle. Ich erinnerte mich an das Telefonat mit meiner Mutter vor ein paar Tagen. Sie sagte, dass momentan Rohrarbeiten in der Straße waren. Ein paar Häuser weiter war ein freier Parkplatz am Straßenrand. Ich ging zurück zum Haus und schloss langsam die Tür auf. Wie zu erwarten, war alles dunkel. Ich ging hinein, schloss wieder ab, stellte meine Schuhe in das wilde Chaos was sich Garderobe nannte und ging die Treppe hinauf. Ich lauschte kurz an der Schlafzimmertür meiner Eltern - dahinter das sonore Schnarchen meines Vaters. Dann ging ich zum Ende des Flurs und öffnete die Tür zu meinem Zimmer. Das Bett war zum Glück bezogen, falls mal jemand spontan dort übernachtet. Spontan war das hier tatsächlich. Kaum hatte ich die Tür geschlossen, stellte ich meine Tasche auf den Boden, zog ich mich bis auf die Boxershorts aus und legte mich schlafen. Durch die Morgenroutine meiner Mutter wurde ich irgendwann zwischendurch wach. Sie arbeitete in der Notaufnahme einer Klinik im Nachbarort und machte sich im Bad nebenan fertig. Ich schaute auf mein Handy. Halb sechs. Da ich später in Ruhe mit ihr über meine Lage ...