1. Ein Gülden Herz 06 - Lernen


    Datum: 05.10.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... dahinraffte.
    
    Die, die übrig blieben, hatten viele ihrer Lieben verloren. Der Schmerz darüber saß so tief, dass sie nie wieder daran erinnert werden wollten. Nur ab und zu kommt es doch hoch.
    
    Und Emmi? - Die war glücklich bei Gunda. Oft passierte es, dass ich Abends an Gundas Haustür kam und ihr helles Lachen durch die Tür hörte. Dann blieb ich vor der Tür stehen und genoss es, dass sie so fröhlich war.
    
    Emmi lernte in dieser Zeit viel von Gunda. Weniger über Haushalt und kochen, aber über die einfachen "Hexenkünste". Eine richtige Hexe konnte sie nicht werden, das machte Gunda klar. Hexen haben von Geburt an Fähigkeiten, die sehr selten sind. Aber es gibt dennoch Kräuter, Gewürze und andere Dinge, die von sich aus Heilkräfte oder anderes entwickeln konnten.
    
    Regelmäßig ging Emmi mit Gunda auf ihren Kräuterpfad um die reifen Kräuter zu sammeln. Emmi lernte in dieser Zeit jedes Pflänzchen und jeden Pilz kennen. Welche gut für eine Suppe sind, welche für bestimmte Krankheiten gut sind, aber auch welche giftig sind. Und selbst, wie man die Giftigen so anwenden konnte, dass sie doch heilen konnten.
    
    Gunda weihte Emmi in die Geheimnisse ihres Gießwassers für ihren Garten ein. Ein paar wenige Zutaten, und das Gemüse in Gundas Beet wuchs doppelt so schnell und doppelt so groß, wie in allen anderen Gärten. Ein paar Kräuter, klug verteilt, hielten Schnecken, Hasen und Rehe fern. Und ein anderer Sud ließ selbst das hartnäckigste Unkraut verdorren.
    
    "Ich bin bereit, es ...
    ... zu versuchen.", flüsterte mir eines Montagmorgen Emmi entgegen. Morgens lagen wir oft wach im Bett und kuschelten uns aneinander, während Gunda noch schlief. Ich hatte fast vergessen, dass da noch Emmis Verwandlung war. Etwas in mir wollte es nicht. Ich weiß nicht, ob es die Angst davor war, dass sie sich nicht mehr zurückverwandeln würde, oder nur der Gedanke daran, dass wir an diesem Abend also nicht dieses wunderbare Gefühl miteinander teilen konnten.
    
    Aber wenn Emmi das wollte, dann fügte ich mich. Ich fragte sie nur noch, ob sie sich dabei sicher war. Sie nickte nachdenklich.
    
    Gunda freute sich über diese Nachricht wieder wie ein kleines Kind. Endlich konnte sie ihre Erkenntnisse über Wolfsherzen weiterführen. Über die Rückverwandlung machte sie sich keine Sorgen: "Natürlich klappt das. Mahkah hats mir gesagt.", wiegelte sie ab. Ich wünschte damals, ich hätte das gleiche Vertrauen gehabt.
    
    Emmi und ich waren an diesem Tag recht still und nachdenklich. Selbst Fritz merkte das in der ersten Stunde. "Keine Sorge, Gunda mag manchmal vielleicht mürrisch sein, aber ich glaube, sie kann über niemanden ein Leid kommen lassen.", tröstete er mich. Funktioniert hat es aber nur bedingt. Ich war nicht recht mit dem Kopf bei der Arbeit, weswegen er mich früher in den Feierabend schickte.
    
    Emmi wirkte bedrückt und abwesend, auch wenn Gunda immer wieder versuchte, sie aufzumuntern.
    
    An diesem Abend schliefen wir noch enger aneinandergedrängt ein.
    
    Noch bevor ich den Morgen ...
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