1. Ein Gülden Herz 06 - Lernen


    Datum: 05.10.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... richtig wahr nahm, spürte ich, wie sich Emmi neben mir ruckartig aufsetzte, und ich riss meine Augen auf. Sie saß neben mir und betrachtete genau ihre Hände. Ihre Handflächen waren deutlich länger geworden. Aber das auffälligste waren ihre Fingernägel. Sie waren ebenso tiefschwarz wie ihre Haare und dazu auch länger und fester.
    
    Gunda werkelte ungewöhnlich früh an diesem Morgen an ihrem Kessel, und als Emmi das bemerkte, sprang sie gleich aus dem Bett: "Gunda! Meine Hände!". Es rumpelte, etwas zerbrach auf dem Boden, und Emmi lag der Länge nach nackt neben unserem Bett. Daneben ein paar Tonscherben.
    
    Gunda und ich waren ihr gleich zu Hilfe geeilt, und setzten sie vorsichtig zurück auf die Bettkante. Emmis Füße hatten sich ebenfalls verändert. Auch sie waren deutlich länger und die Zehennägel waren, wie die Fingernägel, schwarz, länger und fester. "Gunda, ich bekomme meine Ferse kaum auf den Boden. Und sie tut weh.", Emmis Stimme wirkte ängstlich.
    
    Gunda sah sich Emmis Füße genau an. Sie befühlte jeden Knochen und jede Sehne darin. Sah sich genau die veränderte Fußform und die Zehen an. Emmis Fußballen waren etwas dicker geworden. Und schließlich kam Gunda zu ihrem Urteil: "Du bekommst die Ferse nicht auf den Boden, weil du keine mehr hast.". Emmi sah Gunda mit großen Augen an: "Wie soll ich denn jetzt laufen?". Gunda stand auf, nahm Emmi an den Händen und zog sie vorsichtig hoch: "Geh' auf den Ballen.".
    
    Es funktionierte tatsächlich. Nach ein paar anfänglichen ...
    ... Unsicherheiten, stand Emmi nur auf ihren Fußballen und wagte die ersten Schritte: "Das fühlt sich an, als würde ich auf was ganz Weichem rumlaufen.".
    
    Gunda hatte es auf einmal sehr eilig: "Los los, anziehen und frühstücken. Jakob, Fritz wartet bestimmt schon!". Ich hatte das Gefühl, dass sie mich nur so schnell wie möglich los werden wollte. Sie drängte mich förmlich, zu gehen, damit sie in Ruhe alles aufschreiben konnte.
    
    Auch an diesem Tag war ich bei Fritz mit dem Kopf nicht so recht bei der Arbeit, und wieder wollte er wissen, was los war. Also erzählte ich ihm von Emmis Verwandlung. "Was machst du dann noch hier?", Fritz sah mich lachend an, "Los, geh' und kümmer' dich um dein Mädchen! Komm' morgen wieder!". Ich presste schnell noch ein "Danke" heraus und rannte, was das Zeug hielt, zurück zu Gundas Haus.
    
    Emmi und Gunda standen auf der Wiese neben dem Haus und das freundlichste, was Gunda herausbrachte war: "Was machst denn du schon wieder hier?". Emmi hingegen war wie ausgewechselt, fiel mir lachend um den Hals und Küsste mich wild. Aber was hatte sie da an? Hosen? Und keine Schuhe? Naja, bei den Füßen, die Emmi hatte, passten keine Schuhe mehr. Und in die Hose hatten sie hinten noch ein Loch geschnitten, durch das Emmis Schweif ins Freie konnte.
    
    Aber Emmi lachte weiter: "Sollen wir ein Wettrennen machen? So wie früher als Kinder? Wer zuerst am Waldrand ist, ja?". "Gunda! Was hast du Emmi gegeben?", wollte ich wissen. Aber Gunda grinste nur zurück: "Nichts außer dem ...
«12...111213...17»