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Ein Gülden Herz 06 - Lernen
Datum: 05.10.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,
... Pobacken zu verlieren. Diese Veränderungen machten Emmi wirklich Angst, und so drückte sie sich beim Frühstück dicht an mich. Ich wollte nicht, aber ich musste los zu Fritz. Ich hoffte nur, dass die Umarmung, die ich Emmi zum Abschied gab, sie über den Tag rettete. Fritz fragte mich, kaum dass ich die Werkstatt betrat, wie es Emmi ging, und wieder erzählte ich ihm Alles. Nachdenklich schlug er mir dann vor, dass ich zum Mittag wieder verschwinden konnte, wenn ich ihm bis dahin ordentlich helfe. Also arbeitete ich so gut, wie ich nur konnte, verabschiedete mich dann zum Mittag von ihm, und eilte gleich wieder zurück zu Emmi. Aber Lachen hörte ich an diesem Tag nicht mehr von ihr. Und ins Dorf wollte sie garnicht. Ich glaube, sie wollte damals noch nicht einmal das Haus verlassen. Stattdessen strich sie sich immer wieder über Arme und Beine. Sie gab zwar zu, dass ihr Fell durchaus schön und weich war, und sie auch warm hielt, die Sehnsucht nach ihrer Haut, war ihr aber deutlich anzusehen. Wenigstens konnte ich sie zu einem Spaziergang auf dem Kräuterpfad überreden. Dabei ihre Hand zu halten tat uns beiden gut, fühlte sich aber seltsam an. Viel reden wollte Emmi nicht, aber die Gerüche auf dem Pfad beruhigten sie sichtlich. Schließlich wollte sie mir noch etwas zeigen: Sie hob einen abgebrochenen Ast vom Waldboden auf. Er war noch frisch, wahrscheinlich vom letzten Wind abgebrochen und entsprechend fest und saftig. Sie setzte ihre Hand an und kratzte mit ...
... ihren Krallen darüber. Das Holz kreischte um Gnade, während auf Emmis Gesicht nichtmal ein Hauch von Mühe zu sehen war. Sie fuhr nur ein Mal mit der Hand darüber, und ihre Krallen hatten vier tiefe Furchen hinterlassen. Emmi hielt mir die Hände hin: "Das sind Mordinstrumente.", ihre Stimme war klein und traurig, "Bitte versprich mir, dass du mich wieder zum Menschen machst.". Manch einer wäre froh gewesen, so viel Kraft und solche "Waffen" zu besitzen, nicht aber Emmi. Sie war die Güte in Person. Sie wollte nie jemanden verletzen. Sie wollte helfen. Und nun stand sie da, mit messerscharfen Krallen an den Händen und der Fähigkeit, jedem Gegner mit einem Hieb den Hals aufzureißen. Ich drückte sie fest an mich: "Ich verspreche es.". Wir folgten dem Pfad mit langsamen Schritten, aber in Stille. Nicht einmal der See hob Emmis Stimmung an. Wir setzten uns nur ans Ufer, und während ich ein paar Steine warf, um die Wellenkreise zu beobachten, saß Emmi an mich gelehnt, mit dem Kopf auf meiner Schulter, und blickte leer ins Wasser. Erst als die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwand, machten wir uns auf den Rückweg. Kurz vor Gundas Haus, richtete sie sich endlich wieder an mich: "Ich will gleich ins Bett. Ich habe eh' keinen Appetit. Bitte, lass uns das gleich machen.". Was sollte ich da noch sagen, außer "Ja"? Auf dem Tisch wartete zwar unser Abendessen, aber Gunda hatte Verständnis, dass wir uns gleich ins Bett begaben. "Du musst dafür sorgen, dass sie ihren Höhepunkt ...