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Ein Gülden Herz 06 - Lernen
Datum: 05.10.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,
... unsere Hütte schleiften, um sie zu verbrennen. Leise dankte ich Mahkah, dass Emmi das damals nicht sehen konnte. Schließlich flossen bei uns ungehemmt die Tränen und ich war froh, dass Gunda uns vor weiterem, gut gemeintem Mitleid bewahrte, bis wir uns wieder gefasst hatten. Ich weiß bis heute nicht, was sie damals zu den Dorfbewohnern sagte, aber niemand von ihnen hat es jemals wieder von sich aus angesprochen. Wenigstens konnten wir danach noch miterleben, dass der Pfarrer mit Gunda redete, und ihr gedankt hat, dass sie doch mal zur Messe kam. Aber die mürrische Gunda hat gleich klargestellt, dass das nicht freiwillig war, und so schnell nicht wieder passieren würde. Das Streitgespräch, das sich anschließend zwischen den beiden entwickelte, war für die Umstehenden sehr amüsant. Alle mussten sich ihr Lachen verkneifen, um die Beiden Streithähne nicht noch weiter anzustacheln. Hauptsächlich ging es darum, ob es richtig ist, die Dorfmitglieder über ihre Gesundheit hinaus mit Mittelchen zu versorgen, die die Sünde förderten. Aber da hatte der Pfarrer einen dicken Nerv bei Gunda getroffen. "Warum denn nicht? Was glaubst du denn, warum Mahkah" - "GOTT!" - "hmpf, SIE" - "ER!" - "AAAAAAAH! Warum das Spaß macht, wenn wir es nicht tun dürfen?" - "Weil das Sünde ist!" - "Wo steht das? Im elften Gebot? Du sollst keinen Verkehr haben? Du darfst keinen Spaß haben? Was ist mit 'Seid fruchtbar und mehret euch'? Warum hast du dann kein Weib?". Die Antwort blieb der Pfarrer ...
... schuldig und rieb sich stattdessen die Schläfen: "Gunda, du machst mir Kopfschmerzen!". Gunda sah ihn wütend an und man sah ihr an, dass sie innerlich mit sich kämpfte. Aber dann kramte sie in einer ihrer Taschen, zog eins ihrer Fläschchen heraus und drückte es dem Pfarrer mit Schwung in die Hand: "DA! Zwei Tropfen in deinen 'heiligen' Messwein und die Schmerzen sind weg! Wasser geht auch.". Weiterhin wütend, stampfte sie auf uns zu und schob uns vor sich her in Richtung des Weges zu ihrem Haus. Als wir kurz zurückblickten, sahen wir den Pfarrer noch, wie er erst Gunda hinterher sah, dann das Fläschchen kritisch beäugte, und es sich in die Tasche schob. Ich hatte das Gefühl, dass es zwischen den Beiden eine Art Hassliebe gab. In ihrem Haus angekommen, reagierte sie sich gleich an ihren Kräutern ab. Sie hackte mit dem Messer auf sie ein, oder zerstampfte sie wütend in ihrem Mörser. "Geht! Lasst mich ein paar Stunden alleine.", sie war nicht wütend auf uns, sie wollte nur ihre Ruhe haben. Aber wo sollten wir hin? "Hinterm Haus geht mein Kräuterpfad in den Wald. Folgt ihm und verlasst ihn nicht. Er ist recht verschlungen und wird euch ein Weilchen beschäftigen. Vielleicht findet ihr was Schönes. Zum Schluss führt er auf den Weg zurück. Geht dann links bis zum Baum mit dem roten Ring. Nehmt was zum Essen mit.". Emmi zuckte mit den Schultern, wickelte etwas Brot in ein Tuch und zog mich aus dem Haus. Was sollten wir sonst Sonntag Nachmittags noch machen? Gundas ...