1. Wir haben uns verloren und unsere Liebe


    Datum: 11.10.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... in mir in Bewegung, was ich erst viel später begriff.
    
    "Ulla, es ist doch nichts dabei, wenn man nicht immer das Gleiche essen will. Genau so ist es beim Sex. Immer nur mit dem oder der Gleichen ist eintönig. Auch der Mensch ist nicht für eine monogame Beziehung gemacht. Ein bisschen Abwechslung tut jeder Beziehung gut, auch einer Ehe. Es belebt den Sex. Denk darüber nach. Wenn du willst, ich finde Zeit für dich."
    
    Auf meine Bemerkung, dass wir doch Beide verheiratet wären, meinte er nur, dass er und seine Frau eine dahingehend offene Ehe führen und sich immer noch sehr lieben.
    
    Auf der Heimfahrt stand ich lange Minuten in einer Parkbucht und versuchte meine Gedanken, meine Wünsche zu ergründen und zu ordnen. Ich war total verwirrt. Da meine Liebe zu meinem Mann und hier mein Verlangen nach Abwechslung, nach Sex, nach anderem Sex. Nach langer Überlegung wurde ich mir klar, dass ich meinen Wunsch begraben muss, da ich nach meiner Meinung meine Ehe damit gefährde. Eine bisher glückliche Ehe mit einem guten Mann, eine Ehe, aus der zwei wundervolle Kinder hervorgegangen sind und von Ines wusste ich es, sie würde mich verurteilen.
    
    Ob meine Zerrissenheit mit dazu beitrug, dass ich erkrankte oder nicht, weiß ich nicht. Zu mindestens weiß ich, dass ich immer weniger Lust hatte, mit Jens zu schlafen und es kam, wie es eigentlich kommen musste, mein Mann verstand mich nicht, versuchte es immer wieder, sprach mit mir, versuchte es zu ändern und dann zog er sich zurück. In ...
    ... dieser Zeit war ich kurz davor, es zu mindestens einmal zu versuchen, mich einmal einem anderen Mann hinzugeben. Nur meine Angst, alles zu verlieren, ja, auch mich selber zu verlieren, in einen Strudel zu geraten, aus dem ich mich nicht mehr herauskomme, ließ mich immer wieder zurückschrecken.
    
    Wie sehr ich mich schon verändert hatte, wie sehr ich mich schon von meinem Mann entfernt hatte, wurde mir erst viel später klar, sehr viel später und kurz vor dem großen Knall.
    
    Es lief nichts mehr in unserem Ehebett. Wir lebten zwar noch zusammen, aber es war nur noch eine Zweckgemeinschaft und ich sah die traurigen Blicke meine Mannes nicht mehr. Und dann kam er nach einer Vorstandssitzung spät nach Hause, ging sofort ins Bett und Morgens sah ich die Lippenstiftspuren an seinem Hemd und auch an seiner Boxer. Und ich wurde im ersten Moment tierisch eifersüchtig und dann saß ich bei einer Tasse Kaffee und ich erkannte, dass ich es jetzt wollte. Ich würde ihm den Vorschlag unterbreiten, dass wir für ein Jahr eine offene Ehe führen und jeder das Recht hat, mit Anderen zu vögeln. Nach einem Jahr würden wir dann entscheiden, ob wir so weiter machen, unsere Ehe aufgeben oder wieder monogam leben.
    
    Jens kam zum Frühstück. Er bestritt Nichts, ging auch nicht näher auf das Gewesene ein und hörte sich meinen Vorschlag an und wenn ich nicht so mit mir selber beschäftigt gewesen wäre, hätte ich sein Erschrecken und die dann folgende Traurigkeit gesehen und wäre vielleicht noch aufgewacht, so ...
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