1. Wir haben uns verloren und unsere Liebe


    Datum: 11.10.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... meinte er nach einer langen Schweigsamkeit nur, dass ihm erstens ein Jahr zu lange sei und zweitens er nie wissen will, mit wem und wie ich es treibe, ja, er sagte treiben und drittens jeder von uns das Recht und die Pflicht hat, es dem anderen sofort mitzuteilen, wenn er diese Vereinbarung aufheben will.
    
    "Ulla, in dem letzten Fall wird es dann wohl auf eine Trennung hinauslaufen."
    
    Heute weiß ich, dass ich ihn erpresst habe und er noch die kleine Hoffnung hatte, dass ich zur Vernunft komme.
    
    Ich hatte nur noch eine Frage.
    
    "Was ist mit unserem schon gebuchten Urlaub, unsere Safari in Kenia?"
    
    "Da diese Abmachung kein Grund für eine Stornierung ist, die Bezahlung schon erfolgte, sehen wir mal, wo wir in den fast 6 Monaten stehen."
    
    Er stand auf, ging ins Schlafzimmer, machte die Betten frisch und nahm sein Bettzeug und zog ins große Gästezimmer im ersten Stock. Trotz meiner Bitte ließ er sich nicht umstimmen und er war an diesem Tag für mich nicht mehr zu erreichen. Kein Mittag, kein Kaffee und zum Abend ging er für gut eine Stunde raus, kam wieder und ging ins Arbeitszimmer, schloss die Tür und erst zum Frühstück am Sonntag sah ich ihn wieder.
    
    Mit keinem Wort wurde unsere Vereinbarung erwähnt. Unser Zusammenleben verlief nach anfänglichen Schwierigkeiten fast wie vorher. Ich hatte meine ersten Treffen mit dem Arzt und der Sex war gut, sehr direkt, so neu für mich und ich war in der ersten Zeit zwei Abende die Woche weg, traf mich mit ihm und ja, wir fickten ...
    ... wie die Karnickel. Dann nahm er mich mit in seine Clubs und schnell waren da auch andere Männer, die mit mir flirteten und als er einmal mit seiner Frau da war, war meine Reaktion eine Nacht mit einem schon älteren Herren, der mir neue Dinge, geile Dinge zeigte.
    
    Ich erkannte, dass ich da in eine Gruppe von Menschen geriet, die eine sehr offene Einstellung zur Sexualität haben und diese auch auslebten. Und langsam veränderte ich mich. Es war schön, zu merken, dass die Kerle mich wollten, aber immer öfter fragte ich mich, was von mir wollen sie. Mich als Ganzes oder nur meinen Körper und wie lange noch, jünger werde ich ja nicht. Und mit leichtem Unwohlsein merkte ich, dass es immer extensiver wurde. Immer mehr nur noch das Ficken die Treffen mit meinem derzeitigen Partner bestimmte.
    
    Zu Hause war es ruhig, still. Wir sprachen nur noch das Notwendigste miteinander, hielten den Haushalt am Laufen und unsere Freunde und Bekannten möglichst auf Abstand. Gemeinsam gingen wir nur noch aus, wenn es nicht zu vermeiden war und das Schauspiel, dass wir boten, war anstrengend.
    
    Auch wenn ich es mir noch nicht wirklich eingestehen wollte, ich fragte mich immer öfter, was ich in meiner Ehe so vermisst habe, dass ich diesen Weg gegangen bin, denn einst war mir inzwischen klar geworden, ich war es gewesen, der die jetzige Situation herbeigeführt hatte. Wäre es nicht besser gewesen, mit meinem Mann neue Dinge zu versuchen.
    
    Und dann kam das Wochenende, das alles zusammenbrechen ließ. ...
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