1. Die Abenteuer der Maya Klein 14


    Datum: 07.11.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    Belagerung
    
    Melissa zog sich einen Kampfanzug über ihren Schutzoverall, gab Magazine für ihr kompaktes Sturmgewehr in dafür vorgesehene Aussparungen und griff nach einem Einsatzhelm.
    
    „Du willst wirklich mitkommen?", fragte Bommel.
    
    „Klar! Warum auch nicht? Ich bin besser als du." Melissa sah ihren Kollegen mit einer Arroganz an, die fast beleidigend wirkte.
    
    „Dann hast du keine Sorge, auf einen Menschen schießen zu müssen?", fragte Bommel.
    
    „Nein! Ich glaube nicht." Melissa schob sieben Magazine in die Halterungen, das achte gab sie in die Waffe und lud diese im Anschluss durch. Sie prüfte die Sicherung, dann richtete sie wieder ihren Blick auf den Kollegen. „Sicher wissen tue ich es natürlich auch nicht."
    
    „Ich gehe voraus und kläre auf. Ihr beide folgt mir und gebt mir Fernsicherung. Bitte! Keinen Streit! Ab jetzt müssen wir alle funktionieren", mahnte Maya.
    
    Melissa schob sich einen Kaugummi in den Mund und setzte sich Ohrhörer auf. Dann reichte sie einen riesigen Schalldämpfer an Maya weiter und ein etwas kleineres Modell an Bommel. „Hier! So könnt ihr die Bösen killen, ohne dass es Lärm gibt." Sie grinste.
    
    Maya hatte jetzt die Schnauze voll, wollte ihre Freundin zurechtweisen, als Melissas Telefon klingelte. „Hey Ma! Was gibt's?" Sie ließ ihre behandschuhte Hand mit dem Telefon wieder sinken und reichte es an Maya weiter. „Sie will dich sprechen."
    
    Maya drückte das Telefon an die Seite ihres Helms. „Hallo Frau Krolm!"
    
    „Frau Klein, wir haben nun ...
    ... Gewissheit. Die Sperlings wurden aus ihren Rüstungen gelöst, ihre Transponder sind aus. Wir gehen vom Schlimmsten aus. Die Belgier haben uns verraten."
    
    Maya schloss ihre Augen. In diesem Moment überkam sie Angst. „Und jetzt?"
    
    „Die diplomatischen Kanäle wurden bereits aktiv. Das belgische Heer sperrt in diesem Moment die Zufahrtsstraßen weiträumig ab, das KSK wird ebenfalls eingesetzt."
    
    Maya wurde schlecht. „Und was sollen wir tun?"
    
    Frau von Krolms Stimme klang passiv, fast vorsichtig. „Sie entscheiden. Drei Anwärter gegen einen erfahrenen Gegner in Überzahl zu schicken kommt einem Wahnsinn gleich. Aber Sie haben uns hinreichend bewiesen, was Sie zu leisten vermögen, und für andere Maßnahmen ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu spät. Wenn die Sperlings ihren Schutz verloren haben, ist dies ganz sicher nicht freiwillig passiert. Entweder man hat sie gefangengenommen oder sie sind bereits tot."
    
    „Ich habe Schiss, Frau von Krolm!", stellte Maya leise fest.
    
    Die Einsatzleiterin versuchte sie zu beruhigen. „Glaub ich Ihnen. Sie entscheiden. Warten Sie auf die Kollegen, wenn Sie sich das nicht zutrauen."
    
    „Und wenn die Jungs sterben?", fragte Maya erschrocken.
    
    „Dann tragen nicht Sie die Schuld, sondern diejenigen, welche völlig naiv mit diesem Fall umgegangen sind."
    
    „Gut, ich werde es versuchen. Was ist mit Ihrer Tochter? Was mit Kollege Bommel?"
    
    „Sie sind zu Ihrer Unterstützung eingeteilt. Ich kann Sie schlecht in den Kampf schicken und meine Tochter ...
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