1. Quarantäne in Kapstadt


    Datum: 17.04.2020, Kategorien: 1 auf 1,

    ... inspiziere ihre zerzauste Pflaume. Ich kann nie entscheiden, wann ein weibliches Geschlechtsteil am schönsten ist. Vor dem Akt, wenn es zwar feucht, aber noch geordnet und zurückhaltend, oder danach, wenn es zervögelt und durcheinander ist.
    
    Während ich ihre Lippen spreize und über solche sinnlosen Fragen grüble, schlüpft ein weißer Tropfen aus ihrer Spalte. Ich nehme rasch einige Taschentücher und drücke sie zwischen ihre Beine, wir wollen die Möbel nicht versauen. Daraufhin übernimmt sie das Halten der provisorischen Windel, bleibt aber noch liegen.
    
    "Oh, das tut gut", ächzt sie.
    
    "Du bist doch gar nicht gekommen, oder?", entgegne ich.
    
    "Ist doch egal. Es tut einfach gut, gerammelt zu werden."
    
    Sie rafft sich auf.
    
    "Nur leider ist das in fünf Minuten vorbei und ich bin wieder rattenscharf", erklärt sie und läuft Richtung Badezimmer los, aber nach einigen Schritten dreht sie sich zu mir um. "Um zukünftige Sondereinladungen unnötig werden zu lassen: Solange wir hier feststecken, darfst du mir gerne jederzeit zwischen die Beine. Wirklich! Egal ob Tag oder Nacht! Okay?"
    
    Ich nicke, sie läuft zum Badezimmer. Ich kann es gar nicht glauben, was ich da eben für ein Angebot bekommen habe. Kopfschüttelnd wische ich mich ab, ziehe mich an und gehe in die Küche, da ich nun neugierig auf das Mittagsmenü bin. Allerdings gibt es dort nur einen großen, bunten Haufen aus unterschiedlichsten Gemüsearten. Daraus könnte alles werden. Die Möhrenscheiben sehen lecker aus, ich ...
    ... möchte eine probieren. In dem Moment wird sanft auf meine Hand geschlagen.
    
    "Ich weiß, danach bekommt man Hunger, aber du musst noch warten."
    
    Es ist Beatrice, die mich lächelnd zurechtweist und sich ans Kochen macht. Die Möhre esse ich trotzdem und schaue ihr zu. Zwei Minuten später erscheint auch Marie und sie bereiten das Essen wie ein eingespieltes Team vor. Es wird ein Eintopf. Einfach, aber deftig. Ich esse zwei große Teller. Danach verfalle ich in ein Suppenkoma und lege mich in meinem Zimmer für ein Nickerchen hin.
    
    Ich schlafe vier Stunden am Stück, was mir im Nachhinein etwas peinlich ist, da ich tagsüber normalerweise nicht so eine Schlafmütze bin. Aus dem Wohnzimmer höre ich ausgelassenes Reden und Gelächter, die beiden Damen sitzen-liegen auf dem Sofa und plaudern mit Sektgläsern in den Händen.
    
    "Guten Morgen, Daniel! Gut geschlafen?", fragt Beatrice mit einem Hauch Zynismus.
    
    "Ähm, ja... Das Essen war viel zu gut", erkläre ich.
    
    "Schmeichler!", fertigt mich Marie ab. "Während deinem Winterschlaf war Beatrice einkaufen. Wir haben nun etwas Vorrat an Sekt und Wein."
    
    Damit wenden sie sich wieder von mir ab und ich erkenne, dass es für mich jetzt keine Einstiegsmöglichkeit in ihr Gespräch gibt. Ich entscheide mich deshalb, ein langes Bad zu nehmen und dabei ein keineswegs fesselndes Buch über archäologische Ausgrabungen im südlichen Afrika zu lesen. Über eine Stunde verbringe ich auf diese Weise in der Wanne.
    
    Als ich wieder im großen Wohnzimmer ...
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