1. Quarantäne in Kapstadt


    Datum: 17.04.2020, Kategorien: 1 auf 1,

    ... loswerden.
    
    "Hast du schon mal einen Kerl beim Putzen bestaunen können, dem sein bestes Stück fröhlich vor sich hin baumelt?", fragt sie kichernd.
    
    Beatrice schüttelt den Kopf und blickt mich kokett an.
    
    "Und dann sein Hintern dabei. Ein Hingucker, ich sag's dir! Ich konnte gar nicht die Augen von ihm nehmen."
    
    "Du hast mich etwa die ganze Zeit begafft?", reagiere ich überrascht.
    
    Marie nickt, während sie sich über die Lippen leckt.
    
    "So, du hast mir solch eine Show vorenthalten?", ist Beatrice empört. "Ich verlange, dass du es schnellstens wiederholst!"
    
    "Mal sehen. Es wird auf jeden Fall seinen Preis haben", drohe ich.
    
    "Bei dir hat alles seinen Preis", stellt Beatrice fest und dieser Satz kann auf so viele Arten verstanden werden.
    
    Ist es eine nüchterne Konklusion? Ein Vorwurf? Oder eine Einladung zu weiteren pikanten Spielen?
    
    Während die beiden weiter plappern, wird meine Aufmerksamkeit durch die Stereoanlage aus den achtziger Jahren geweckt. Diese habe ich erst beim Putzen in einem Schrank entdeckt. So etwas habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Oben ein Plattenspieler, Kassettendeck, Verstärker mit zwei VU-Metern und einer analogen Radioeinheit. Als Kind liebte ich die Dinger. Ich schalte es ein und die Boxen knistern erwartungsvoll. Gibt es hier auch etwas zum Abspielen? Ich schaue mich um, links daneben ist ein Schrank mit Dutzenden Schallplatten. Disco- und Popmusik aus den 70ern bis 90ern. Ich fühle mich wie in einer Zeitreise. ...
    ... Nicht nur das Haus ist praktisch aus der Vergangenheit (Baustil und Einrichtung aus den 70ern-80ern), nun auch die Musik. Ach so, die beiden Damen ebenfalls.
    
    Ich lege Boney M. auf. Schon nach den ersten Takten horchen sie auf.
    
    "Ahh, schon lange nicht mehr gehört", piepst die eine.
    
    "Schmeißen wir heute Abend eine Party?", fragt die andere.
    
    "Warum nicht?"
    
    "Okay, dann müssen wir uns aber schick machen. Und du, Daniel, kannst ja hier mal ein bisschen aufräumen und so... hast ja schon Übung darin", lacht Beatrice.
    
    "Na gut. Aber ihr macht euch wirklich schick! Macht mal Gebrauch von den Klamotten, die wir gefunden haben!"
    
    "Machen wir!"
    
    Damit gehen sie in Richtung Badezimmer und ich beginne mit dem Aufräumen des Abendessens. Ich mache es gern, die Untätigkeit der letzten Tage ist eher eine Belastung. Schnell ist die Spülmaschine vollgepackt und der Esstisch kann mit Wein- und Likörflaschen, Gläsern und Keksen verziert werden. Dann ziehe ich eine Stehlampe und zwei Sessel zur Seite, damit reichlich Platz zum Tanzen ist. Schließlich spiele ich mit den vielen Lichtschaltern herum, bis ich eine angenehme Atmosphäre schaffe. Dunkel, mit indirekten Lichtflecken hier und da.
    
    Als ich mit meinem Werk fertig bin, lege ich die erste Platte auf und mache mich auch frisch. Ich ziehe Boxershorts an, denn ich mag es nicht, wenn da unten etwas zu sehr herumbaumelt. Beim Putzen geht es ja noch, aber beim Tanzen würde es lächerlich aussehen.
    
    Ich gehe wieder ins Wohnzimmer ...
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