1. Quarantäne in Kapstadt


    Datum: 17.04.2020, Kategorien: 1 auf 1,

    ... war. Ab da konnte ich ja schlecht sagen, dass sie ungewollt waren", lacht sie.
    
    "Und danach?"
    
    "Danach war es sehr angenehm und ich war neugierig. Leider ging es sehr schleppend voran."
    
    "Schleppend?"
    
    "Ja. Erinnerst du dich, als du mich das erste Mal in einer Kaffeepause auf die unbenutzte Fläche im zweiten Stock geführt hast? Da hättest du mich bereits haben können. Aber nein, du hast nur herumgetrödelt. Am Ende wäre ich schon fast geplatzt vor lauter Vorfreude."
    
    "Du willst sagen, dass unser Daniel hier nicht draufgängerisch war?", fragt Marie ungläubig. "So kenne ich ihn gar nicht."
    
    Beide lachen, aber ich habe ausnahmsweise eine ernste Frage.
    
    "Beatrice, gibt es eine Veränderung bei dir, zu der ich beigetragen habe?"
    
    "Das fragst du ernsthaft, nachdem was hier alles passiert?"
    
    "Das ist ja nicht nur meiner Person geschuldet. Ich meinte etwas, das konkret meinetwegen geschehen ist, vielleicht etwas von früher, falls es sowas überhaupt gibt."
    
    "Hmm... na ja, eine Sache, eine Kleinigkeit, dafür mit großen Konsequenzen", beginnt sie, hält aber inne.
    
    "Sag schon, spann uns nicht über die Folter", meckert Marie.
    
    "Du hast mich ganz am Anfang gebeten, mich zu rasieren. Es war mir so peinlich, weil es ein Zeichen meiner eigenen sexuellen Vernachlässigung war. Seitdem ist mein..." Beatrice stutzt und schaut mir tief in die Augen. "...Fötzchen stets blank. Und immer, wenn ich mich rasiere, denke ich daran, wie dies ein Zeichen meiner Bereitschaft ist. Ich ...
    ... fühle mich sehr gut dabei, ich fühle mich begehrt. Es versüßt mir immer den Augenblick, auch wenn das Rasieren an sich keinen Spaß macht."
    
    Ich bin gerührt und stolz.
    
    "Ach ja?", ist Marie erstaunt. "Du hast vor ein paar Jahren noch gelästert, warum ich blank wäre, und ich aussehen würde wie ein Teenie. Und jetzt?"
    
    Sie lacht herzhaft, aber liebevoll, und streicht über Beatrices Pflaume: "Ich find es übrigens sehr sexy!"
    
    "Ich auch", schließe ich mich an und halte meine Weinflasche hoch, damit wir auf das blanke Fötzchen von Beatrice trinken.
    
    Es folgt ein unzusammenhängendes Gespräch über alles und nichts, das ich abrupt stoppe, indem ich eine Platte auflege. Die Disco-Musik lässt die beiden nicht stillsitzen.
    
    Die Show, die sie abliefern, ist selbst im Hintergrund der Ereignisse der letzten Tage herausragend. Ich glaube, diese zwei nackten Frauen zeigen, wie Frauen wirklich tanzen würden, wenn sie befreit wären von allen Hemmungen -- von ihren inneren Hemmungen wie Scham, Angst und Schuldgefühl und von den äußeren Hemmungen wie Kleidung. Denn sie schämen sich nicht für ihren Körper, es ist ja eh alles zu sehen und die anderen haben Gefallen daran. Daher haben sie auch keine Schuldgefühle, sie lassen es krachen, sie verhalten sich wie Schlampen, weil es ihnen guttut. Sie haben keine Angst mehr, denn sie haben schon so viel durchgemacht, dass sie den Dingen lässig entgegenblicken.
    
    Wovon Männer träumen, was sie alles mit einer Frau beim Tanzen machen könnten, das ...
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