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Kumiho Na-Ri 01
Datum: 31.12.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... verfolgten. Noch einen Kampf würde er so keinesfalls überstehen. Stimmen näherten sich. Verzweifelt versuchte sich De-Yong aufzurichten, doch er schaffte es nicht. Ermattet sank er zurück. Wenn es die Japaner waren, war alles verloren. „Hey, sie mal ein Pferd!" „Pass auf, das ist ein Japanisches, da liegt auch ein Mann neben!" Die Männer sprachen koreanisch. „Ist der tot?" „Nein, der hat sich gerade noch bewegt." „Verdammter Japse. Los, lass ihn uns erschlagen und seine Sachen nehmen!" Mühsam öffnete De-Yong seine Augen. Er erkannte zwei Soldaten. Schon wieder Deserteure. Er war viel zu müde zum Kämpfen. „Nehmt euch, was ihr braucht. Aber ich bin kein Japaner!", sprach er schwach. „Was hat er gesagt? Ich hab es nicht verstanden. Die verdammte Knallerei neulich." „Dass er kein Japaner ist, und wir uns nehmen dürfen, was wir brauchen." Die Männer traten heran. „Leutnant Na?", rief der eine erstaunt. De-Yong hob den Kopf, und versuchte zu erkennen, wer ihn mit seinem Namen und Dienstgrad angesprochen hatte. Irgendwie kam ihm der Mann bekannt vor. Statt zu antworte nickte er nur schwach. „Leutnant, ihr lebt! Und was macht ihr hier, verletzt, in solcher Kleidung?" „Verzeih, ich kann mich gerade nicht an deinen Namen erinnern. Zweite Abteilung?" „Oh, ja, stimmt. Ich bin Hu Cha-He, und das ist Kamerad Ji Ju-Won von der dritten Einheit." Der Krieg und die Schlacht erschienen De-Yong gerade so weit entfernt. Aber sein ...
... Lebenswille war noch nicht erloschen. „Was ist mit euch? Seit ihr desertiert?" Unbehaglich sahen sich die beiden an. „Ihr habt es noch nicht gehört? Der König ist geflohen und die Japaner haben die Hauptstadt eingenommen. Der Krieg ist vorbei!" Diese Neuigkeit war wie ein kalter Guss für De-Yong. Alles umsonst. Er schloss seine Augen und atmete tief ein. „Könnt ihr mir helfen? Ich bin schwer verletzt und auf der Flucht vor einer Samurai-Patrouille. Ich muss von der Straße herunter!" „Selbstverständlich Leutnant!" Es war das Letzte, was De-Yong vernahm. Seine Kraft war am Ende. * * * Yoshimotos Pferd war ebenfalls durchgegangen, als die Dämonin erschienen war. Da er kein guter Reiter war, hatte es ihn mühelos abgeworfen. Nun versuchte er es, auf Befehl Takas, wieder einzufangen. Und auch gleich die anderen Pferde mit, wenn er sie fand. Abgesehen von einigen Prellungen, war er unverletzt geblieben. Dieses Glück hatten nicht alle ihres Trupps gehabt. Er hatte ja gleich gewusst, dass es eine schlechte Idee gewesen war, diese Dämonin zu jagen. Und als er das Gespräch zwischen Taka und Kazuki belauscht hatte, in welchem der Priester erklärt hatte, dass die Dämonin keineswegs tot, sondern nur gelähmt war, wollte er am liebsten so weit weg wie möglich. Das würde kein gutes Ende nehmen. Deshalb empfand er auch die Suche nach den Pferden als nicht so schlimm. Die Träger hatten sich während des Kampfes schnell versteckt, waren dann aber reumütig wieder ...