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Römische Fesseln 01
Datum: 13.04.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,
... erkannte in dem nackten Körper kaum wer es war. Lediglich durch die uns verbindende Kette wusste ich, dass es sich dabei um Nette handeln musste, die von einem Mann in einer Tunika gepackt wurde. Er zog Nette wieder hoch und stocherte mit etwas in dem Schloss des Halsreifs herum. Wollte er uns vielleicht befreien? Hatte er gesehen, wie wir behandelt wurden und versuchte die Ketten zu öffnen? Diese erste Hoffnung wechselte jedoch beim Anblick des angrenzenden Standes schlagartig zu Panik. In den Käfigen hinter uns waren Europäerinnen mit hellem Haar zusammengepfercht. Einige waren sogar gut sichtbar an Pfähle gebunden. Eigentlich nichts Besonderes auf diesem Markt, wenn sie mir nicht wie aus dem Gesicht geschnitten wären. Mir war, als würde ich in einen Spiegel sehen. Ich hatte immer gelacht, wenn Freunde sagten, alle Blondinen würden irgendwie gleich aussehen. 'Das traf doch eher auf Schwarze zu!' lautete darauf immer meine Antwort. Nun war mir nicht mehr zum Lachen zumute. Trotz meiner Panik erkannte ich: diesen Frauen sah ich ähnlicher, als ich mir wünschen sollte. Die Beine waren zwar mit Eisen versehen, die Körper nicht selten von Striemen gespickt und das strohblonde Haar sah mehr wie eine Mähne aus, doch jede Einzelne hätte ohne Probleme in die Gruppe meiner Freundinnen gepasst. Ich erkannte, wie sie sich in den Käfigen aneinander kauerten, um wenigstens etwas Schutz zu finden. Schutz vor all den Menschen, von denen sie keinen Funken Mitleid zu erwarten ...
... hatten. Es fühlte sich an, als würde ich eine unheimliche Zukunft sehen, von der ich nur durch etwas Stoff an meinem Körper getrennt war. Etwas Stoff und eine Kette, die deren Verkäufer versuchte zu öffnen. Und nun stand er vor mir! Als mein Bikini endgültig vom Körper glitt, ähnelte mein lauter Aufschrei mehr einem erbärmlichen Gurgeln. Es ging so verdammt schnell! Ich hatte es ihm auch lächerlich einfach gemacht, in dem ich mich für ein Model mit süßen Schleifen entschieden hatte. Ein einfacher Zug an den Schnüren und schon gab es nichts mehr, dass mich verbarg. Ich verfluchte meinen Modegeschmack. Obwohl mir natürlich klar war, dass es nichts bringen würde, zerrte ich an meinen Fesseln und hoffte irgendwie Abstand zwischen mich und den Mann zu bringen. Zwischen all den Passanten war weder Leni noch unser Führer zu sehen, die uns hätten helfen können. Stattdessen funkelten die Augen um mich herum, als meine Wange auf das Holz des Podestes gedrückt wurde. Direkt vor meinem Gesicht war der Pfahl, an dem Sklavinnen zum Verkauf gekettet wurden. Nicht wenige hier würden nur zu gern auf mich bieten, sobald ich mich dort oben wieder fand. 'Würde ich einen guten Preis einbringen?' Ein merkwürdiger Gedanke schoss mir durch den Kopf, als der Mann anfing an meinem eigenen Halsreif herumzufummeln. Kam die Idee etwa aus einer lange vergessenen Fantasie oder war es nur eine Reaktion meiner Psyche um die Situation zu verarbeiten? Ich kannte Geschichten, dass nicht wenige Frauen bei ...