-
Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... doch sage: Kazuki Ichimaru. Priester und Dämonenjäger!" De-Yong ließ seine Hand wieder sinken und sah den Japaner finster an. „Ein Dämonenjäger? Weshalb?" Yoshimoto schluckte trocken. „Wegen des Kumiho!" Insgeheim sahen sich Cha-He und Ju-Wu an. Bisher hatten sie immer noch ein wenig an der unheimlichen Geschichte des Leutnants gezweifelt. Sie jetzt von einem Japaner bestätigt zu bekommen, sorgte für erneute Gänsehaut. „Ihr habt sie gejagt? Der ganze Trupp wegen ihr?", fragte De-Yong. Yoshimoto nickte. „Weshalb? Woher wusstet ihr von Na-Ri?" Yoshimoto schwieg verlegen. „Du warst der Sechste, nicht wahr?", fragte De-Yong mit ruhiger Stimme. „Die Samurai im Wald: Als Na-Ri sie angriff, warst du irgendwo im Wald, nicht wahr?" Yoshimoto nickte. „Hai!" „Und du hattest alles gesehen und gehört. Auch wie sich Na-Ri vorgestellt hatte!" „Hai!" „Und mein Name, woher kennt ihr den?" Yoshimoto war unsicher, ob er nicht schon zu viel verraten hatte. Andererseits, was konnte es schaden, auch das noch zu sagen? „Ihr hattet euren Namen laut im Dorf genannt, als ihr die Patrouille getötet habt!" De-Yong stand langsam auf. Er hätte sich ohrfeigen können, für seine eigene Dummheit, keinen falschen Namen benutzt zu haben. Grimmig zog er sein Schwert. „Du bist Na-Ri entkommen, doch mir nicht. Zumindest sollst du sie noch im Tod begleiten! Beug dich vor!" Zitternd folgte Yoshimoto dem Befehl. Wenigstens würde er ehrenvoll ...
... sterben. Der Hilferuf Dunkelheit. Na-Ris Augen waren blind. Ihr Geruchssinn ebenfalls, doch ihr Gehör funktionierte noch. Auch die Nerven funktionierten. Sie hatte unglaubliche Schmerzen im Hals. Hinzu kam das andauernder Gefühl des Erstickens. Doch sie konnte nicht sterben. Nicht so. Zog sie sich in die Geisterwelt zurück, hörte der Schmerz auf. Doch da waren die Eindrücke völlig anders. Sie konnte dort nicht mit Augen sehen. Dort konnte man Farben schmecken, Töne riechen und Bilder fühlen. Jeder menschliche Sinn wurde durch alle anderen erweitert. Es war etwas, was nicht in menschlicher Sprache erklärt werden konnte. Die Geisterwelt war ihr eigentliches Element, der Ort ihrer Herkunft, und zugleich die Hölle. Eine sehr intensive Hölle. Götter fühlten sich hier wohl, denn sie waren dafür geschaffen. Doch Dämonen waren sehr viel geringer als Götter. Für sie war diese Welt wie ein Strudel aus Eindrücken und Gefühlen. Nichts war hier stetig, nichts greifbar, außer anderen Geistern. Ein Grund, weshalb Dämonen hier Kontakt sowohl suchten, als auch fürchteten, war: Es gab nur völlige Einsamkeit oder intensiven Kontaktschmerz mit anderen Geistwesen. Nichts dazwischen. Götter konnten sich hier wohlfühlen, Dämonen konnten hier nur existieren. Und sie taten es auf vielerlei weise. Aber jeder Dämon hatte den Wunsch, zumindest teilweise in die Sphäre der Menschen zu gelangen. Dort war vieles einfacher, weniger intensiv, zugleich auch sehr viel angenehmer, außer, wenn man ...