1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... wurde!
    
    Um es zu größerer Geschwindigkeit anzutreiben, trat Yoshimoto seinem Pferd erneut in die Flanken.
    
    Zu spät sah er die Gruppe Flüchtlinge auf der Straße vor sich.
    
    Es war eine Familie. Der Mann zog einen Handkarren mit ihren Habseligkeiten. Als sie den Reiter auf sich zu galoppieren sahen, sprangen alle zur Seite, den Karren schräg, mitten auf dem Weg stehen lassend.
    
    Bei dem Versuch, sein Pferd um das Hindernis herum zu lenken, verlor Yoshimoto den Halt und stürzte im hohen Bogen vom Pferd.
    
    Von seinem ungeschickten Reiter befreit, rannte das Tier ungehindert weiter, sprang über die Arme des Handkarren und verschwand alsbald in einer Staubwolke.
    
    Yoshimoto dagegen hing unglücklich kopfüber in einem Dornengebüsch, welches seinen Sturz abgefangen hatte. Gebrochen hatte er sich nichts, allerdings blutete er aus vielen kleinen Schrammen und Stichen.
    
    Doch dies war nun wirklich seine geringste Sorge. Denn der Koreaner hatte ihn nun erreicht.
    
    Und dessen grimmiges Lächeln verhieß nichts Gutes.
    
    Ju-Won hatte alle Hände voll zu tun, die aufgebrachte Familie wieder zu beruhigen und fortzuscheuchen, während De-Yong und Cha-He den Japaner aus dem Gebüsch schnitten, in welchen er festhing.
    
    Erst als er drohend die Arkebuse aus dem Gepäck zog, verstummte ihr erbostes Gekeife, und sie zogen eilig mit ihrem Karren ab.
    
    De-Yong nutzte das erbeutete Samuraischwert, während Cha-He De-Yongs Schwert nutzte, das Gebüsch zu zerschlagen.
    
    Es dauerte nur wenige ...
    ... Augenblicke, bis der sichtlich verängstigte Japaner vor ihnen am Boden lag.
    
    „Bitte tötet mich nicht! Ich bin nur ein einfacher Mann. Ein Reisender. Ein Händler. Ja, ein Händler!", versuchte dieser sich in ganz passablen Koreanisch herauszuwinden.
    
    „Leutnant, gehört der zu der Gruppe, von der ihr uns erzählt habt?", fragte Cha-He grimmig, sein Schwert auf die Kehle des Mannes gerichtet.
    
    De-Yong nickte, steckte sein Schwert wieder in die Scheide und hockte sich vor dem bettelnden Mann hin.
    
    „Wer bist du?"
    
    „Ein Händler, ein Niemand!", winselte der.
    
    De-Yong gab dem Mann eine Ohrfeige.
    
    Obwohl er nur mit begrenzter Kraft zugeschlagen hatte, schleuderte der Kopf des Geschlagenen herum.
    
    „Ahhhh!"
    
    „Also noch einmal: Wer bist du? Und lüge nicht, ich habe dich erkannt."
    
    Yoshimoto griff sich an die Wange, welche bereits anfing anzuschwellen. Dann schluckte er.
    
    „Mein Name ist Yoshimoto Kota aus Osaka. Ich bin Dolmetscher in der kaiserlichen Armee!"
    
    De-Yong nickte befriedigt.
    
    „Gut. Wer waren die Männer in deiner Begleitung?"
    
    „Ich reite alleine!", versuchte Yoshimoto auszuweichen.
    
    Eine weitere Ohrfeige traf seine andere Wange.
    
    „Ahhh, schon gut, nicht mehr Schlagen! Das war Leutnant Miyahara mit seinen Männern!"
    
    „Und wer saß in der Sänfte?", wollte De-Yong noch wissen.
    
    „Der Priester Ichimaru!"
    
    Ein Priester? De-Yong war verblüfft. Priester reisten nicht in Sänften.
    
    „Du lügst!"
    
    Drohend hob er wieder seine Hand.
    
    „Nein, wenn ich es euch ...
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