-
Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Anschließend werde ich ein Kloster suchen und zum Mönch werden. Ich habe nicht vor, zurück in meine Heimat zu segeln." „Und das sollen wir dir glauben?" Yoshimoto zuckte mit seinen Schultern. „Wie glaubt ihr, mit dieser Leiche, und außerdem noch bewaffnet, an den japanischen Patrouillen vorbei zu kommen? Selbst wenn ihr noch so geschickt seid, irgendwann werdet ihr auf eine stoßen!" Nachdenklich rieb sich der Soldat über seinen Kinnbart. „Und du hast eine Idee?" „Natürlich! Ich bin nicht nur Dolmetscher, sondern auch Schreiber. Euer Offizier hat meine Ausrüstung an sich genommen, wie ich gesehen habe. Die hängt jetzt in der Tasche am Pferd. Ich besitze Siegel, mit denen ich offizielle Dokumente erstellen kann. Ich kann euch Passierscheine und Dokumente fälschen!" „Und wie sollen wir wissen, was da steht? Wir können nicht lesen. Und japanisch sowieso nicht." Das hatte Yoshimoto nicht bedacht. Stimmt, sie müssten ihn völlig vertrauen. Das würde schwer werden. „Macht mich vom Baum los, und ich werde euch was zeigen!" Als sie nicht gleich reagierten, ergänzte er: „Ich hab nen Strick um den Hals und ihr seid bewaffnet. Wo soll ich hin?" Verwandlung Warum Na-Ri schon wieder still war, wusste De-Yong nicht. War sie schon wieder in ihrem Kopf? Oder woanders? Oder war sie einfach nur beleidigt? Noch einmal würde er sie nicht rufen. Stattdessen begab er sich nun mit dem Ausweispapier, was er am Stadttor erhalten hatte, zum ...
... Marktplatz. Er durfte sich nur begrenzt zum Handel hier aufhalten. Ohne Bestätigung, auch gehandelt zu haben, würde er bei der nächsten Kontrolle Ärger bekommen. Zumindest würde man ihm Steuerhinterziehung unterstellen. Also musste er seine Waren schätzen lassen und es würde eine Abgabe festgelegt, welche er zu bezahlen hätte. De-Yong hatte keine Ahnung vom Handel, kannte aber die Bestimmungen. Obwohl die Stadt von den Japanern besetzt war, klappte die Verwaltung reibungslos. Geld wurde immer benötigt, egal wer regierte. Es dauerte, bis er an die Reihe kam. Sehr gründlich wurden seine Kräuter begutachtet. Neben dem koreanischen Beamten standen zwei Japaner. Ein Dolmetscher und ein Samurai. Alles, was er sagte, wurde übersetzt. Es war klar, wer hier das Sagen hatte. „Und was habt ihr hier drin?", wollte der Beamte nun wissen. De-Yong sah auf das Schriftzeichen und versuchte, sich an die Beschreibung des Mönchs zu erinnern. „Dämonenkraut! Zur Reinigung der Räume und zum Vertreiben und Bannen böser Geister!" Der Beamte nickte und stellte es zur Seite, eine Eintragung auf seiner Liste vornehmend. Er wollte schon mit dem nächsten Gefäß fortfahren, als der Dolmetscher unterbrach. „Das Dämonenkraut, wie wird es angewendet? Wie schützt es?" De-Yong war etwas überrascht, aber zum Glück hatte der Mönch ihm dazu Auskunft gegeben, als er die gleiche Frage gestellt hatte. Das Kraut hatte auch ihn interessiert, ob es ihm bei seinem speziellen Problem vielleicht ...