1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... nützlich sein konnte.
    
    „Auf verschiedenste Weise. Priester und Mönche kennen verschiedenste Methoden zur Anwendung. Für Laien reicht es, etwas davon in einer Feuerschale zu verbrennen, und ein anwesender Dämon würde enttarnt. Er würde fliehen!"
    
    Das war, was einfachen Leuten erzählt wurde. Tatsächlich traf das nur auf mindere Geister zu. Keinesfalls für Dämonen, wie Kumihos. Trotzdem machte es das Kraut recht wertvoll.
    
    Der Mönch hatte De-Yong noch mehr verraten, was er aber keinesfalls laut sagen wollte, solange Na-Ri zuhören konnte. Es könnte einen Dämon lähmen, wenn eine Waffe damit bestrichen wurde.
    
    Der Samurai schien zufrieden und erteilte die Erlaubnis, dass weitergemacht wurde.
    
    Der Rest der Begutachtung war zügig erledigt. Am Ende wurde eine Summe festgelegt, welche De-Yong vor seiner Ausreise aus der Stadt zu zahlen hatte. Entweder sofort, oder nachdem er seine Waren verkauft hatte.
    
    Der Beamte reichte De-Yong die Bescheinigung und wollte schon den Nächsten heranwinken, als De-Yong zu seiner Überraschung die geforderte Summe auf den Tisch legte.
    
    „Ihr zahlt sofort?", fragte der Beamte überrascht.
    
    De-Yong begriff, dass er einen Fehler gemacht hatte. So etwas war wohl unüblich. Auch der Samurai wollte nun wissen, was das Problem war.
    
    „Nun", erklärte der Beamte. „Die Summe ist recht hoch, und ein normaler Kleinhändler besitzt nicht so viel Silber, um sie zu zahlen, bevor seine Waren verkauft sind!"
    
    Als das dem Samurai übersetzt wurde, ...
    ... verfinsterte sich seine Miene sofort und seine Hand näherte sich drohend seinem Schwert. Er gab einen kurzen Befehl.
    
    „Klärt das auf!", übersetzte der Dolmetscher.
    
    Verzweifelt suchte De-Yong nach einer Erklärung. Schließlich beschloss er, nah bei der Wahrheit zu bleiben.
    
    „Ihr habt recht, ich bin kein üblicher Kleinhändler. Meine Familie war wohlhabend. Aber wir haben fast alles verloren. Daher beschloss ich, in den Handel einzusteigen. So nahm ich fast mein ganzes Silber und kaufte diese Kräuter. In der Hoffnung, jetzt gutes Silber zu verdienen. In Kriegszeiten steigen die Preise. Aber ich bekam längst nicht so viele Kräuter wie erhofft. Daher verfüge ich noch über Reserven."
    
    Während der Dolmetscher übersetzte, überlegte De-Yong, wie er zu Handeln hatte, wenn der nun sein Schwert zog. Er bezweifelte, dass der Samurai ihn auf der Stelle töten würde. Viel wahrscheinlicher war, dass er ihn festnehmen und zum Verhör abführen würde. Nun, es würde sicher eine Möglichkeit geben, sich dann zu befreien und die Flucht zu ergreifen. Aber dann wäre seine Mission hier gescheitert.
    
    In der Miene des Samurai zeigte sich deutliche Verachtung, und er spie ein Wort aus, was wie eine Beleidigung klang. Der Dolmetscher übersetzte das Wort nicht, allerdings den Rest.
    
    „Ihr bekommt die Erlaubnis zu Handeln, aber ihr zahlt eine zusätzliche Gebühr, weil ihr die Notlagen von Menschen ausnutzt!"
    
    De-Yong war zwar erleichtert, begriff aber, dass er zumindest zum Schein zu protestieren ...
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