1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... stellte De-Yong sein Gestell ab und legte die Fläschchen aus. Das Hauptgeschäft war offensichtlich schon längst vorbei.
    
    Für das Abpacken der Kräuter hatte er an einem anderen Stand etwas Reispapier erstanden. Zudem etwas zu Essen gekauft, was er nun verspeiste.
    
    Halb döste er in der wärmenden Frühlingssonne ein, als plötzlich ein Schatten die Wärme abschirmte.
    
    „Hey, ihr habt Kräuter?", fragte ein Japaner in sehr schlechtem Koreanisch.
    
    Griesgrämig nickte De-Yong.
    
    „Dämonenkraut, ihr habt?"
    
    „Ja!", antwortete er müde.
    
    „Ich kaufe, alles!"
    
    Sofort wurde De-Yong munter. Das könnte ihn doch noch Schuldenfrei machen. Damit wäre er frei, den Kopf zu suchen.
    
    Auch wenn er die genauen Preise nicht kannte, wusste er doch, dass dieses Kraut teuer war, und mit Gold aufgewogen wurde.
    
    Als er den Preis nannte, bekam der Japaner einen roten Kopf.
    
    „Das unverschämt sein, zu teuer! Biete Hälfte!"
    
    „Ich nehm es für den vollen Preis!"
    
    Sowohl De-Yong als auch der Japaner blickten mit offenem Mund die bildhübsche Frau an, welche gerade gesprochen hatte.
    
    „Ihr nicht könnt, ich zuerst!", protestierte der Japaner.
    
    Nun antwortete die Frau plötzlich auf Japanisch, und der Japaner richtete sich unwillkürlich auf. Dann verbeugte er sich zu De-Yongs Verblüffung, grüßte die Frau und ging eilig davon.
    
    De Yong betrachtete die Frau genauer. Sie trug das Gewand eine Gisaeng. Nichts an ihr rechtfertigte die plötzliche Nachgiebigkeit des Japaners. Sie musste dem ...
    ... Stadtkommandanten gehören.
    
    Sorgfältig verpackte er das gepresste Kraut in Reispapier und hielt es hoch.
    
    „Wie möchtet ihr zahlen, ich bevorzuge Silber!"
    
    Ehe er blinzeln konnte, war ihr Gesicht vor seinem Kopf.
    
    „Mit deinem Blut, du Narr! Du verkaufst Dämonenkraut? Gehts noch? Alleine dafür müsste ich dich häuten!"
    
    Wenn es nicht die Worte gewesen wären, hätten es ihm die, kurzzeitig gefährlich blau aufleuchteten, Augen verraten, wer da vor ihm stand.
    
    De-Yong schluckte. Zumindest ihre Charakteren ähnelten sich, zweifellos.
    
    „Dame Yun, wenn ich vermuten darf?"
    
    * * *
    
    Sobald es Kazuki möglich war, ohne unhöflich zu wirken, verabschiedete er sich. Allerdings nicht, ohne sich noch einmal die Sicherungsmaßnahmen um den Kopf zeigen zu lassen. Sie waren nicht überragend, aber ausreichend. Neben der Barriere aus Räucherstäbchen mit Dämonenkraut, standen zwei Samurai ständig Wache.
    
    Er selbst bevorzugte die Sigillen in Jadeamuletten, welche eine ähnliche Wirkung hatten, aber deutlich haltbarer waren. Allerdings auch nicht unproblematisch in der Anwendung. Wer dämonische Zeichen benutzte, musste Lebensenergie opfern. Es war verbotene Blutmagie.
    
    Nur Tempel konnten durch göttliche Symbole geschützt werden. Sie erhielten ihre Energie durch die Gebete der Gläubigen.
    
    Sobald er das Haus des Stadtkommandanten verlassen hatte, beschloss er, sich zum Markt zu begeben. Er hatte zwar indirekt behauptet, über reichlich Vorräte von Dämonenkraut zu verfügen, aber das entsprach ...
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