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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... riss er es auf und begutachtete die Masse. „Brauchbare Qualität, übersetzt für mich: Was will der Händler dafür haben?" De-Yong fasste sich wieder. War das der Priester aus der Sänfte? Wo war der Samurai? Er blickte sich um. Nichts zu sehen. Am Rande des Marktes erkannte er die Sänfte. „Der Priester will wissen, was das Dämonenkraut kostet. Pass auf, das darf er auf gar keinen Fall bekommen! Er meint, es sei schlechte Qualität, und will wissen, was du dafür haben möchtest. Verdoppele den Preis von eben!" „Verzeiht, aber es ist ausgezeichnete Qualität!", empörte De-Yong sich, ganz in die Rolle eines Händlers schlüpfend. Der dreifache Preis, welchen er anschließend nannte, und Yun übersetzen ließ, sorgte dafür, dass der Kopf des Priesters vor Zorn errötete. „Das ist unverschämt!", stieß dieser hervor. „So viel ist es nicht wert!" De-Yong grinste innerlich. Er brauchte die Übersetzung nicht abzuwarten, um zu verstehen, was der Priester fluchte. „Aber sicher! Noch vor Kurzem hat ein Samurai Offizier hier danach gefragt. Er hätte es mir abgekauft, hatte aber nicht genug Geld. Übersetzen, bitte!" Yun riss vor Überraschung fragend die Augen auf, übersetzte aber. In Kazukis Kopf klingelten die Alarmglocken. „Ein Samurai? Habt ihr einen Namen?" Yun übersetzte schnell. De-Yong schüttelte seinen Kopf. „Keinen Namen. War Samurai, mit Geweihhelm und zwei Mann Leibwache. Sicher wichtiger Mann!" Die Übersetzung ließ Kazukis schlimmste Befürchtungen ...
... wahr werden. Der verdammte Taka hatte überall Spione. Möglicherweise hatte er gar einen dieser nichtsnutzigen Träger bestochen. Kazuki kramte in seiner Tasche und zog einige Reispapierzettel heraus. Es war Papiergeld. Bei größeren Summen nicht unüblich, beim einfachen Volk aber unbeliebt. „Hier, das ist die Hälfte eurer geforderten Summe. Ich zahle sofort. Und mehr ist euer Kraut nicht wert! Los, übersetzt das!" „Er will es kaufen, er darf es nicht bekommen! Er bietet dir die Hälfte des geforderten Preises!" De-Yong leckte sich über die Lippen. Die Summe war ein kleines Vermögen. Nun setzte er sein breitestes Lächeln auf und verbeugte sich. Dann sah er Yun an. „Es ist mir eine Freude, ein Geschäft mit ihm gemacht zu haben! Wenn du so freundlich wärst, ihm das zu übersetzen?" Yun funkelte ihn finster an, konnte sich in Gegenwart des Priesters aber beherrschen. „Was ist, akzeptiert er?", wollte Kazuki ungeduldig erfahren. De-Yongs Geste war so eindeutig gewesen, dass Yun kaum eine Wahl blieb, als zu übersetzen. Innerlich vor Wut bebend, übersetzte sie. De-Yong würde den Tag nicht überleben, Versprechen hin oder her. Kazuki nickte und reichte De-Yong das Geld, welches der dankend entgegennahm. „Bitte, übersetz, dass ich ihm das Kraut noch einmal neu verpacken will, und dann lenk ihn einen Moment ab!" Verblüfft tat Yun wie gewünscht. Was hatte De-Yong vor? „Verzeiht, aber der Händler möchte es für euch neu verpacken, damit nichts verloren ...