1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... geht!"
    
    Kazuki wirkte einen Moment lang überrascht, nickte dann aber und reichte das aufgerissene Päckchen wieder an De-Yong.
    
    „Verzeiht, ich kenne euren Namen nicht, wie darf ich euch nennen?", fragte Yun mit einem Lächeln im Gesicht den Priester.
    
    „Ich bin Kazuki Ichimaru, der berühmte Dämonenjäger!", antwortete er mit stolz geschwellter Brust. „Und wie ist euer werter Name?"
    
    Yun verbeugte sich und antwortete.
    
    „Ich bin die Dame Ahri, und es war mir eine Freude, euch zu Diensten zu sein. Ich bin sehr gut ausgebildet in Gesang und Tanz, wenn ihr auch dafür Verwendung habt."
    
    Sie drehte sich einmal um die eigene Achse und ließ ihr Kleid wirbeln.
    
    Obwohl er ein Priester war, blieb Yuns Erscheinung nicht ohne Wirkung auf Kazuki. Anmut und schöne Künste waren durchaus Vergnügungen, welche er genießen durfte.
    
    „Ich zweifele nicht, dass ihr sehr talentiert seid, doch als bescheidener Priester muss ich leider ablehnen. Allerdings würde ich mich sehr freuen, als Gast des Generals einmal eure Vorführung zu genießen!", lehnte er ab.
    
    Abermals verbeugte sich Yun.
    
    „Dann werde ich an dem Tag für euch ganz besonders tanzen!", lächelte sie verführerisch.
    
    Kazuki wischte sich den Schweiß von der Stirn.
    
    „Hier, eure Ware!", reichte De-Yong ihm das Päckchen.
    
    Mit hochrotem Kopf nickte Kazuki kurz abgelenkt, nahm das Päckchen entgegen und wandte sich ab.
    
    „Spitzwegerich?", fragte Yun, kaum dass der Händler aus Hörweite war, ihm noch immer ...
    ... hinterherblickend.
    
    „Spitzwegerich.", bestätigte De-Yong.
    
    Yun wandte sich De-Yong zu.
    
    „Dann ist dir aber sicher auch klar, dass du jetzt verschwinden musst?"
    
    „Ich bin bereits dabei zu packen!"
    
    * * *
    
    Launen
    
    Bis zum Fluss waren die Männer mit der Leiche auf keine Schwierigkeiten gestoßen, dann jedoch standen sie aber vor dem Problem, woher sie ein Boot bekommen konnten.
    
    Am einfachsten wäre natürlich ein Bambusfloß eines Kormoranfischers zu besorgen gewesen, doch das war zu schmal, als dass sie alle und die Leiche drauf gepasst hätten. Zudem war der Fluss stellenweise auch viel zu aufgewühlt, um mit einem schmalen Floß bis zur Hauptstadt fahren zu können.
    
    Sie benötigten also ein richtiges Boot oder eine Mitfahrgelegenheit, beides war allerdings nicht zu finden. Zwangsläufig mussten sie zu Fuß dem Treidelpfad entlang des Flusses folgen.
    
    In unregelmäßigen Abständen hatten die Samurai Posten eingerichtet. Sie überwachten lückenlos den Verkehr auf dem Weg und dem Fluss.
    
    Yoshimoto hatte recht behalten: Ohne Papiere wären sie nicht weit gekommen, denn die Kontrollen der Besatzer waren gründlich.
    
    Cha-He und Ju-Won hatten sich im letzten Dorf, gegen ein wenig Reis und Silber, die Kleidung von Mönchen besorgt und auch ihre Köpfe rasiert.
    
    Yoshimoto dagegen war als Leichenträger für das Ziehen des Karrens zuständig.
    
    Es hatte einen halben Tag gedauert, den Karren mit einem doppelten Boden zu versehen, in welchen sie die Waffen und den größten Teil ihrer Sachen versteckten. ...
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