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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Cha-He nicht seinen Leutnant erkannt hätte. „Tja, heute früh hatte ich mich endlich von meinem eingeschlagenen Schädel ausreichend erholt, dass wir weiter zogen konnten. Aber gegen Mittag liefen wir genau in einen japanischen Trupp hinein. Keine normale Patrouille. Es waren neun Samurai ein Dolmetscher und eine, von vier Trägern getragenen Sänfte. Zunächst gelang es mir, sie mit meiner Verkleidung zu täuschen. Sie befragten mich nur nach dem Weg, und ob ich ein flüchtiges Paar gesehen hätte, auf welche ein hohes Kopfgeld ausgesetzt sei. Das verneinte ich, und sie zogen zunächst weiter." „Ein hohes Kopfgeld?", fragte Ju-Won nach. „Wen suchten die? Angehörige der königlichen Familie?" „Nein, mich und Na-Ri!", antwortete De-Yong bitter. Die Männer rissen erneut ungläubig ihre Augen auf, dann runzelte Cha-He seine Stirn. „Euch, Leutnant? Warum? Ich meine, warum verfolgten die euch mit einer Sänfte in feindliches Gebiet?" Cha-He war offensichtlich kein Dummkopf. De-Yong schüttelte seinen Kopf. „Ich kann die Frage nicht beantworten. Aber sie wussten offensichtlich, dass Na-Ri ein Kumiho war. Ich nehme an, dass sie nur hinter ihr her waren." Die Bitterkeit drohte De-Yong zu überwältigen, daher trank er den letzten Rest aus der Flasche aus. Wütend warf er sie in den Wald. „Aus irgendeinem Grund erkannten sie mich dann doch noch, gerade als ich gedacht hatte, dass ich in Sicherheit wäre. Vier der Samurai wurden losgeschickt, mich gefangen zu nehmen. Die ...
... anderen erwarteten wohl den Angriff Na-Ris." „Wie konntet ihr entkommen, Leutnant?" „Ich tötete die vier Samurai. Doch dabei wurde ich selbst lebensgefährlich verletzt. Dann ertönte der Knall einer Arkebuse. Ich weiß nicht, was geschah, aber als der Rauch sich verzogen hatte, sah ich nur noch, wie Na-Ri nackt am Boden lag, und der Offizier des Trupps ihr den Kopf abschlug. Weil sie mich in diesem Moment nicht beachteten, gelang es mir, ein Pferd zu besteigen und die Flucht zu ergreifen. Irgendwann fiel ich dann vor Erschöpfung vom Pferd. Dann habt ihr mich gefunden." Schweigen breitete sich aus. Endlich durchbrach Cha-He die, nur vom Knistern des Feuers unterbrochene Stille. „Das war eine wirklich gute Geschichte Leutnant! Aber, nun sagt: Weshalb lagt ihr vorhin wirklich, neben einem japanischen Pferd, verletzt auf dem Weg?" De Yong erhob sich und ging langsam, als ob er sich erleichtern wollte, zum Rand der Lichtung. Mit seinem Blick schätzte er den Felsbrocken vor ihm ab, den er schon einige Zeit im Auge gehabt hatte. Bestimmt wog Der so viel wie ein Mann. Blitzartig ging er in die Hocke, ergriff den Brocken und stemmte ihn hoch. Es dauerte einige Augenblicke, bis die vom Alkohol etwas benebelten Männer begriffen, was sie gerade sahen. Dann rissen sie die Augen vor Überraschung auf. Mit über den Kopf gestemmten Felsen drehte sich De-Yong zu ihnen um. Er ging leicht in die Knie, dann warf er seine Last quer über die ganze Lichtung, wo sie, am Rande, ...