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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... mit einem lauten Krachen, einen kleinen Baum zum Bersten brachte. Erschrocken sprangen die Soldaten auf und starrten erst fassungslos auf den zerstörten Baum, dann auf De-Yong. Dieser wickelte das blutdurchtränkte Seidentuch ab, was seine tiefe Bauchwunde bedeckt hatte, die er am Nachmittag noch gehabt hatte. Unter dem Verband offenbarte sich nun eine frisch verheilte Narbe. „Jedes Wort meiner Geschichte entsprach der Wahrheit!", sagte er leise, und mit tiefer Trauer in seiner Stimme. „Ich bin Leutnant Na De-Yong. Dazu verdammt, bis zu meinem Tode, die Kraft einer getöteten Dämonin in mir zu tragen, und mich dann in der Hölle mit ihr wieder zu vereinigen!" Entscheidungen Das Feuer beleuchtete die angespannten Gesichter der drei Männer. Nur das Knacken des brennenden Holzes durchbrach die angespannte Stille. „Glaubt ihr mir jetzt?", fragte De-Yong schließlich. Langsam nickten die beiden Soldaten. Furcht stand in ihren Gesichtern geschrieben. Furcht, vor diesem Mann, mit der Kraft eines Dämons in sich. „Aber das ist alles nicht eure Sorge, Männer. Ihr wolltet die Geschichte hören, nur deshalb habe ich sie euch erzählt." Müde schritt er wieder zum Feuer und ließ sich hinplumpsen. Mit abwesendem Blick starrte er ins Feuer. Furchtsam sahen sich die Soldaten an, dann näherten sie sich wieder vorsichtig dem Feuerkreis und hockten sich De-Yong gegenüber, vorm Feuer hin. „Leutnant, was habt ihr jetzt vor?", fragte Cha-He ...
... schließlich. „Vor?" De-Yong blinzelte verständnislos. „Na ja. Die Japaner sind sicher noch immer hinter euch her!" Darüber hatte er noch nicht nachgedacht. Sie hatten sogar seinen Namen. Demnach könnte er nicht einmal nach Hause. Denn, wenn sich das Kopfgeld herumsprach, wäre er nirgends, wo man ihn kannte noch sicher. Er griff in seine Kleidung, wo er den Steckbrief hineingestopft hatte. Er war noch immer da. Während er ihn hervorzog, rutschte er näher ans Feuer, und drehte sich so, dass er ihn im flackernden Lichtschein lesen konnte. Der Steckbrief war zweisprachig ausgeführt. Auf Japanisch, was er nicht lesen konnte, aber auch auf Koreanisch. Die Beschreibung von Na-Ri und ihm war recht vage. Junge Frau, etwa 20 Sommer alt, Mann im mittleren Alter, ... Nein, die Beschreibung war wertlos. Aber sein Name stand da. Und eine Belohnungshöhe, die sicherlich sehr viele in Versuchung bringen könnte. Neugierig starrten die Männer ihn an. „Leutnant, was habt ihr da?", fragte Cha-He „Meinen Steckbrief. Ließ selbst!" De-Yong richtete sich auf und reichte ihn Cha-He, doch der schüttelte seinen Kopf. „Ich kann nicht lesen!" „Oh, in Ordnung. Aber viel steht da auch nicht drin." Er las den beiden die Beschreibung durch, und auch Na-Ris und seine namentliche Erwähnung. Nur die Höhe des Kopfgeldes ließ er wohlweislich aus. Dafür kannte er die Männer nicht gut genug. Obwohl er annahm, dass nach seiner Erzählung, und der Demonstration seiner Kraft, sie sich zweimal ...