1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... Boot!", kam Cha-He unverblümt auf dem Punkt, als die Begrüßung und Erklärungen, was sie hier taten, ausgetauscht waren.
    
    Lächelnd sahen sich die beiden Händler an.
    
    „Nun, das mag sein, doch wir benötigen es auch. Und leider ist nicht genügend Platz für alle auf dem Boot, erst recht nicht für euren Karren. Und eine Leiche transportieren wir nicht!", erklärte der Ältere.
    
    Cha-He grinste breit.
    
    „Ich habe nicht gesagt, dass wir euch mitnehmen!"
    
    * * *
    
    Na-Ri war verzweifelt. Sie war in ihrem Kopf gefangen. Durch die Präsenz des Dämonenkrautes, der Rauchwolke und den begleitenden Zaubersprüchen, war es ihr unmöglich, wieder De-Yong zu erreichen. Ihr einziger Ausweg war nun der in die Sphäre der Geister. Doch dorthin zog es sie sowieso, wenn sie sich nicht dagegen stemmte. Es bestand die Gefahr, dass sie nicht zurückfand, würde sie dem Sog nachgeben.
    
    Natürlich war es dumm gewesen, diesem Japaner anzuspucken. Dumm und kindisch, wie sie sich selbst eingestand. Doch ihre Wut und ihr Schmerz hatten sich irgendwie entladen müssen.
    
    Um die Flüssigkeit aus ihrem Mund und Rachen zu bekommen, hatte sie ihre Kräfte als Winddämonin verwendet und einen kurzen Unterdruck erzeugt. Gleichzeitig hatte sie es so gelenkt, dass es den Nächsten traf, der ihr gegenüber war. Dass es in ihrem Fall ein hochrangiger Samurai war, tat ihr nicht leid.
    
    Was ihr leid tat war, dass sie dabei sehr viel ihrer Kraft eingebüßt hatte, ohne dass es ihr dauerhaft Erleichterung verschafft hatte. Der ...
    ... Priester hatte sie unverzüglich wieder in die widerliche Flüssigkeit eingetaucht.
    
    Sie benötigte Blut, und zwar baldmöglichst, sonst wäre ihre Hülle in dieser Sphäre verloren. Unter gewöhnlichen Umständen wären ihre verschiedenen Körperteile viele Jahre lang ihr Gefängnis, denn die Kraft in ihr erhielt sie. Doch dadurch, dass De-Yong diese Kraft nun aktiv anzapfte, und sie gleichzeitig ständig gegen ertrinken und ersticken ankämpfen musste, was enorme Energien verzehrte, wurde die Zeit sehr knapp.
    
    Und sie hatte keine Ahnung, wie weit die Bemühungen von De-Yong gediehen waren, sie zu befreien. Es war wirklich schrecklich, so auf andere angewiesen zu sein.
    
    Außerdem wurde die Buttermilch auch langsam sauer, genauso wie sie selbst es schon länger war.
    
    * * *
    
    Taka war zu spät gekommen. Der Kräuterhändler hatte den Markt bereits verlassen, obwohl noch nicht offizieller Marktschluss gewesen war. Allerdings war es auch nicht unüblich, dass Händler aus der Umgebung früher wieder aufbrachen, um noch vor Beginn der Dunkelheit wieder zu Hause zu sein.
    
    Einen Moment lang überlegte Taka, ob er den Kräuterhändler offiziell suchen lassen sollte. Doch dann entschied er sich dagegen. Es wäre höchst dumm von dem Gesuchten, in einer bekannten Verkleidung den Kopf zu verfolgen.
    
    Taka würde sich nur lächerlich machen, wenn sich der Kräuterhändler als harmlos herausstellte.
    
    Außerdem, was sollte ein einzelner Mann hier schon ausrichten können? Der Kopf war beim General und dort ...
«12...515253...78»