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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... verloren. Taka würde versuchen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und auf die nächste Chance warten. Nicht jedes Herabstoßen eines Falken war erfolgreich, aber er bekam irgendwann seine Beute, wenn er hartnäckig blieb. * * * Teiko hatte den Kopf so gut wie möglich gesäubert und anschließend abgetrocknet. Dann hatte sie ihn auf das kleine Podest, wo vorher der Krug gestanden hatte, festgebunden, damit er fertig trocknen konnte. Gerne hätte sie ihn in Reis gelegt, doch Reis war zurzeit sehr teuer und knapp. Ihn für einen Dämon zu verschwenden stand außer Frage. Sie erneuerte die Räucherstäbchen und wiederholte die Schutzgebete, welche verhindern sollten, dass der Dämon entkam oder sich übernatürliche Hilfe holen konnte. Dämonen galten zwar als Einzelgänger, hielten im Falle eines Angriffs gegen einen von ihnen durchaus zusammen. Zum Glück galten Kumihos als so selten, dass nicht damit zu rechnen war, auf absehbare Zeit einem Weiteren zu begegnen. Tatsächlich war dies nicht nur der erste Kumiho, den Teiko sah, sondern auch der Erste, von dem sie je gehört hatte, dass er gefangen worden war. Die Kitsune ihrer Heimat, welche dem Kumiho am ähnlichsten waren, galten als weniger mächtig, dafür waren sie allerdings häufiger. Und lästiger. Doch sich ihrer zu erwehren war die Aufgabe einer Miko. Kitsune konnten ebenfalls menschliche Gestalt annehmen, schlichen sich nicht in menschliche Gesellschaft und sorgten mit Intrigen für Streit. Kitsune töteten nicht selbst, ...
... sie ließen Andere für sich töten, indem sie die verführten. Doch einfache Schutzgebete hielten die aus einem Haus fern. Kumihos waren so nicht zu bekämpfen. Teikos Aufgabe war es jetzt, den Schlafraum des Generals zu reinigen. Nicht von Dreck, dafür gab es die Hausdiener. Nein, sie musste den Raum vor Dämonen sichern. Leider benötigte sie Dämonenkraut dafür, welches nun allerdings für die Sicherung des Kopfes benötigt wurde. Auf dem Weg zum Zimmer des Generals überlegte sie, ob sie doch etwas Kraut verbrennen sollte. Doch sie entschied sich dagegen. Solange sie keinen Nachschub bekam, musste sie es rationieren. Und ein bekannter Dämon war gefährlicher als ein möglicher. Gebete mussten reichen, zumindest vorläufig. Im Zimmer angekommen verbeugte sich die Miko vor dem Ahnenschrein des Generals, erneuerte auch dort die kleinen Räucherstäbchen und machte sich dann an ihren rituellen Gebetstanz, um das Zimmer von bösen Geistern zu befreien, damit der General angenehme Träume in der Nacht hatte. Als sie fertig war, zog sie sich in ihr Zimmer zurück. Es würde eine einsame Nacht für sie, im Gegensatz zum General. * * * Der General war ein Eroberer. Es war völlig ausgeschlossen, dass Yun ihn einfach ritt, wie sie es sonst gerne tat. Diese Entscheidung musste von ihm ausgehen. Nun kam es ganz auf ihr Gespür an, was diesen Mann erregte, oder was ihn abstieß oder verärgerte. Das Einzige, was sie auf gar keinen Fall tun durfte war, ihn auf den Mund zu küssen, ...