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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... überlegen würden, ihn anzugreifen. Dann faltete er den Zettel und schob ihn in sein Tragegestell. „Nach der Beschreibung dürfte euch niemand erkennen, Leutnant. Aber wenn ihr nach Hause geht, werden die Leute wissen, dass ihr der Gesuchte seid, sobald sich die Steckbriefe verbreiten.", bestätigte Cha-He De-Yongs Gedanken. Der Mann war wirklich klug. Er hätte gewiss einen fähigen Unteroffizier abgeben können. Wenn sie noch im Krieg gewesen wären. Seine Gedanken schweiften zu seinem Schiff. Es war seit letztem Jahr zu seiner zweiten Heimat geworden. Ende des Winters hatten sie es endlich zu Wasser gelassen und die ersten Probefahrten machen können. Noch immer fehlten Männer für die Besatzung. Und dieses Schiff durfte unter keinen Umständen den Japanern in die Hände fallen. Admiral Yi würde es eher versenken, als den Japanern überlassen. Doch das durfte er nicht zulassen. Er würde das Schiff verstecken. Und er benötigte Männer dafür. Viele Männer. Und viel Silber. Noch immer beobachteten die beiden Soldaten ihn. „Cha-He, wärst du bereit, weiter als Soldat gegen die Japaner zu kämpfen?" Verblüfft starte der Angesprochene ihn an. „Aber die königliche Familie ist doch geflohen? Wir haben verloren!" De-Yong nickte. „Das ist richtig. Aber wir haben schon einige Kriege verloren, und uns immer wieder davon erholt. Was ist, wenn ich euch sage, dass es eine Möglichkeit gibt, den Japanern nicht nur zu entkommen, sondern auch empfindlich zu ...
... bestrafen?" Unbehaglich sahen sich die Männer an. Sie hatten gerade erst ein furchtbares Gemetzel überlebt. Beinahe alle ihre Kameraden waren tot. Wer noch irgendwie hatte laufen können, war geflohen. Sie selbst waren bis auf ihre Bambusrüstungen unbewaffnet und ohne Ausrüstung. „Wie wollt ihr das erreichen, Leutnant?", fragte Cha-He schließlich vorsichtig. „Nun, ihr schließt euch mir an, und wir ziehen in den Süden. Wir schlagen uns zu Admiral Yi und seiner Flotte durch. Dort wartet mein Schiff auf uns. Damit können wir uns auf den Inseln verstecken, und die japanischen Versorgungsschiffe überfallen. Für jeden von euch würde viel Beute abfallen." Die Mienen der Männer hellten sich auf. Doch sogleich runzelte Cha-He wieder seine Stirn. „Aber wir haben nichts! Nichts zu Essen, keine Waffen und kein Geld!" Mit einem grimmigen Lächeln zog De-Yong zunächst die erbeutete Arkebuse hervor, dann sein eigenes Schwert. „Nun, Waffen habe ich für euch, wenn ihr euch mir anschließt. Damit bekommen wir alles Weitere von den Japanern!" * * * Yoshimoto verfluchte sein andauerndes Unglück. Gleich nach dem Frühstück hatte Taka ihm befohlen, auf sein Pferd zu steigen, und den wartenden Soldaten an der Brücke den Befehl zu überbringen, sofort Taka entgegenzureiten. Und obendrein sollte er auch mit den Soldaten wieder zurückkehren. Dabei konnte er jetzt schon kaum noch sitzen. Außerdem war er unbewaffnet und musste ohne Begleitung reiten. In seiner fremdländischen Kleidung war er ...