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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... angenommen hatte, oder dass Taka sich den Austausch nicht zugetraut hatte. Er musste es nicht öffnen, denn es enthielt keine echten Kräuter. Das Päckchen war von Anfang an nur ein Köder gewesen, und würde seinen Zweck weiter erfüllen, bis er das Echte an die Miko übergeben konnte. Nach dem Kazuki den Abtritt aufgesucht, und sich frisch gemacht hatte, begab er sich zu seiner Sänfte. Immer zwei seiner Diener hatten die Aufgabe gehabt, diese zu bewachen. In der Sänfte bewahrte Kazuki alles auf, was er besaß, auch seine Kräuter und Talismane. Dazu waren an verschiedenen Stellen auch kleine Geheimfächer eingebaut, welche sich nur von Eingeweihten öffnen ließen. Nur sehr erfahrene Diebe könnten solche Fächer aufspüren und spurlos öffnen. Durch eine kurze Kontrolle vergewisserte er sich, dass seine kleinen Schätze noch alle vorhanden und unangetastet waren. Das Päckchen mit seiner Neuerwerbung war ebenfalls noch da. Zufrieden nahm er es aus dem Versteck. In kurzer Zeit würde er das Treffen mit der Miko haben, und ihr das Kraut übergeben können. Natürlich nicht alles, dafür war es zu teuer. Aber genug, um ihre Dankbarkeit zu erlangen. Mit ihrer Fürsprache mochte es gelingen, zumindest gemeinsam mit dem Kopf zum Daimyo zu reisen. Dort angekommen, wäre es dann seine Aufgabe, den Kopf zu präsentieren. Selbst wenn General Sakuraba dann für sich beanspruchte, den Kopf geschützt und sicher überbracht zu haben, würde Kazukis Verdienst Beachtung finden, und er würde nicht bei ...
... der Verteilung der Belohnung übergangen. Vorsichtig öffnete er das Päckchen, um es zu teilen und mit der Hälfte seinen geschrumpften Bestand wieder aufzufüllen. Seine beiden Diener, welche gerade draußen hockten und einen Tee tranken, wurden plötzlich durch einen Wutschrei Kazukis erschreckt. „Aller in Ordnung, Herr?", rief ein besorgter Diener von außen. Es war ihnen nicht gestattet, in die Sänfte zu kommen oder zu schauen. Kazuki hatte ihnen versichert, dass die gefährlichen Zauber, welche über seiner Sänfte lagen, jeden Unbefugten verletzen oder töten konnten. Noch immer schwer geschockt blickte Kazuki auf das Päckchen, welches mit wertlosem Spitzwegerich gefüllt war. „Ja, ja, alles in Ordnung!", fasste er sich langsam. Wie, bei allen Göttern, hatte Taka es geschafft, sich seiner Sänfte unbemerkt zu nähern, und das Päckchen in dessen Versteck zu finden? Blanke, kalte Wut stieg in Kazuki auf. Taka würde das mit seinem Leben bezahlen! * * * Taka hatte wenig geschlafen. Zu sehr war er damit beschäftigt, sich zu fragen, welcher seiner Männer ihn wohl verraten hatte. Was, wenn dieser Verräter ihm während seiner Wache in der Nacht den Kopf abschnitt? Nicht jetzt, da bestand wenig Gefahr. Doch spätestens, wenn sie wieder zu Hause waren, und Ränke und Intrigen am Hof gewoben wurden, benötigte er Männer an seiner Seite, denen er bedingungslos sein Leben anvertrauen konnte. Er hatte nicht vor, weiterhin nur Soldat und Laufbursche zu sein. In diesem ...