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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Krieg musste er Ruhm und Reichtum erwerben. Dazu benötigte er zuverlässige Männer und vor allem den Kopf des Dämons zurück. Trotzdem durfte er seine Sorgen nicht nach außen tragen. Angst offenbarte Schwäche. Sorgsam überlegte seine nächsten Schritte. Er würde zusehen, eine Audienz beim General zu erhalten. Wenn er sich bei einer kurzen Mission bewährte, würde er möglicherweise den Kopf zum Daimyo begleiten dürfen. Es war wichtig, dort zusammen mit dem Kopf anzukommen, und den Anspruch auf die Eroberung geltend zu machen. Ungeduldig stand er auf und setzte sich sofort hin, die Bitte um eine Audienz niederzuschreiben. Sorgsam formulierte er die Hoffnung, dem General hier mit seinen Männern nützlich sein zu dürfen. Zufrieden betrachtete er das Schriftstück, bevor er etwas Sand zum Trocknen der Tinte drüber streute. Als er den Sand fortblies, offenbarten seine Augen kurz eine diabolische Freude. Weder der Priester noch der General würden am Ende obsiegen, egal was er dafür unternehmen musste, oder töten. * * * Wie vereinbart wartete De-Yong, am nächsten Tag, am Schrein, auf Yun. Sie war tatsächlich pünktlich. Zeitpunkt und Ort waren gut gewählt. Einerseits war es ein übersichtlicher Ort, wo sich ihnen niemand unbemerkt auf Hörweite nähern konnte, andererseits konnten sie sich unauffällig unterhalten, solange sie so taten, als würden sie beten. „Kannst du ein Musikinstrument spielen?", eröffnete Yun ohne Gruß das Gespräch, kaum dass sie neben ihn ...
... kniete. „Ähm, ich kann die Trommel schlagen und habe mich mal an der Querflöte versucht. Warum?" „Besorg eine Trommel für dich und triff dich zum Abend hier wieder mit mir. Versuch zudem noch, ein oder zwei weitere Musiker aufzutreiben! So kann ich dich in das Haus des Generals reinbringen! Außerdem musst du was essen!" „Ich habe was gegessen, obwohl Reis hier teuer ist.", wunderte sich De-Yong über Yuns scheinbare Besorgnis, dass er genug aß. „Ich meinte nicht Reis, du Narr! Die Perle Na-Ris benötigt Kraft!" „Vergiss es, ich trinke kein Blut!", konterte De-Yong, als er begriff, was sie meinte. „Das war keine Bitte!" Yuns Stimme bekam einen gefährlichen Unterton. „Wie stellst du dir das vor? Soll ich loslaufen, irgend jemanden die Kehle durchschneiden und sein Blut trinken?" „Das wäre eine Möglichkeit. Lass dir was einfallen! Wenn die Kraft in dir versiegt, wird Na-Ri entschwinden. Und dann bist du verloren. Du könntest von Gnade sprechen, wenn ich dich dann umbringen würde!" Unbewusst tastete De-Yong nach der mit Dämonenkrautsalbe bestrichenen Nadel, welche er im Gürtelband trug. Sie würde Yun nicht töten, wohl aber lähmen, wenn er die Salbe richtig zubereitet hatte. „Was dann, wenn wir im Haus des Generals sind?", versuchte er das Gespräch zum wichtigen Teil zurückzulenken. „Du machst Musik, ich tanze. Anschließend beschäftige ich den General, während du den Kopf raubst. Versteck ihn in der Trommel! Anschließend werden wir uns hier in der Nacht bei ...