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Kumiho Na-Ri 02
Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... * Feuertanz Draußen tobte ein Sturm, Blitze zuckten und Regen prasselte auf das Dach. Doch niemand in der Halle beachtete das. Alle starrten gebannt auf die Unterhaltungskünstlerin, welche so gekonnt zu Singen und Tanzen wusste. Zwar nur auf Koreanisch, was kaum einer der Anwesenden verstand, doch die Worte selbst waren nicht wichtig. Die Symbolik der Bewegungen, die Betonungen und auch die Melodien konnte jeder der Anwesenden mit Geschichten verknüpfen. Taka hatte es in einer Pause geschafft, dem General beiläufig seine Dienste anzubieten, und sein Angebot war mit Wohlwollen angenommen worden. Nun konzentrierte auch er sich völlig auf dieses faszinierende Mädchen. Mit hochrotem Kopf saßen die Männer am Rand und beobachteten die lasziven Bewegungen der Tänzerin. Sie bekamen kaum mit, wie sie ihre Sake-Schalen leerten, und diese ständig nachfüllten. Yun sparte sich ihre beste Aufführung bis zum Schluss auf. Sie nannte es selbst den Feuertanz. Als Dämon des Feuers verstand sie wie niemand sonst wie sich Flammen bewegten, sie hungrig nach ihrer Nahrung schnappten, lebten und sich ausbreiten wollten, immer begrenzt von dem Gefängnis der Möglichkeiten. Begleitet von schnellen Trommelschlägen, tanzte sie wirbelnd herum, reckte sich hoch, neigte sich zur Seite, ging in die Knie. Die Arme immer wieder Mal in die eine oder die andere Richtung reckend. Sie liebte diesen Tanz über alles, hatte jedoch das Problem, dass sie sich nicht darin verlieren durfte. ...
... Übertrieb sie es auch nur ein ganz klein wenig, würden echte Flammen aus ihren Fingerspitzen herauskommen. Doch das musste sie zurückhalten. Sie fokussierte ihre Energien, sammelte sie. Nun war sie gefährlich geworden, wie ein Blitz vor der Entladung. Mit dem letzten Trommelschlag sank sie zu Boden und verbeugte sich. Donnergrollen außen ließen das Gebäude erzittern. General Sakuraba nickte beeindruckt. „Dame Ahri, ihr seid wirklich eine beeindruckende Tänzerin! Der Abschluss des Abends hätte kaum besser sein können. Ich danke euch!" Zustimmung kam von allen Anwesenden. Yun verbeugte sich tief, stand dann auf und entfernte sich. Sie würde im Schlafgemach des Generals auf ihn warten. Langsam löste sich die Veranstaltung auf, der Gastgeber zog sich zurück und dann auch seine Gäste. Die beiden Letzten, welche die Halle verließen, waren Taka und Kazuki, die während der Aufführung möglichst weit auseinander gesessen hatten. Als sie nun alleine und bereit zum Verlassen der Halle waren, konnte der betrunkene Kazuki sich nicht mehr beherrschen, Taka einen Stich zu verpassen. „Nun, Miyahara, trotz eures Diebstahls schlafe ich nun hier im Haus des Generals, und ihr müsst durch das Unwetter nach Hause!", bemerkte er grinsend. Taka, beinahe bei der Tür gewesen, blieb wie angewurzelt stehen. Die drei Musiker kamen gerade hinter der Papiertrennwand hervor, wo sie den Abend über verbracht hatten. Taka nahm sie kaum wahr. Langsam drehte er sich zu Kazuki ...