1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... um.
    
    „Ich verstehe nicht, wovon ihr redet, Ichimaru. Was soll ich gestohlen haben? Ich bin kein Dieb!"
    
    Drohend umfasste seine Hand die Schwertscheide und seine Knöchel wurden weiß.
    
    Kazuki ließ sich nicht einschüchtern.
    
    „Mein Dämonenkraut! Ihr habt es aus meiner Sänfte stehlen lassen!"
    
    „Erzählt keinen Unsinn. Wann hätte ich das machen sollen?"
    
    „Letzte Nacht!"
    
    „Ich war nicht einmal in der Unterkunft!", knurrte Taka. „Vermutlich haben eure eigenen Leute es gestohlen."
    
    „Ganz sicher nicht. Von denen würde niemand das Risiko eingehen, meine Sänfte, ohne meine Erlaubnis oder Aufforderung zu betreten."
    
    Taka versuchte, durch den Schleier des Alkohols klare Gedanken zu fassen.
    
    Also war dem Priester das Päckchen gestohlen worden. Von wem und warum?
    
    Tatsächlich hätte Taka den größten Nutzen davon gehabt.
    
    „Bei meiner Ehre als Samurai: Ich habe mit dem Diebstahl nichts zu tun!"
    
    Irgend was nagte in seinem Hinterkopf, aber benebelt wie er gerade war, konnte er es nicht greifen.
    
    Kazuki ließ das nicht gelten.
    
    „Ihr müsst es ja nicht selbst getan haben. Immerhin, geschickt wart ihr ja: Das Päckchen gegen ein identisches mit wertlosem Inhalt auszutauschen, das hätte mich schon blamieren können!"
    
    Taka wollte schon antworten, als ihm klar wurde, was ihn gerade so beschäftigte. Der Trommler! Irgendwo hatte er den schon einmal gesehen. Etwas von diesen Überlegungen abgelenkt, antwortete er schließlich:
    
    „Nun, möglicherweise hat euch der Händler übers ...
    ... Ohr gehauen. Habt ihr gesehen, wie das Kraut verpackt wurde?"
    
    Kazuki begann aufzubrausen.
    
    „Natürlich! Für wie dumm haltet ihr mich? Ich war die ganze Zeit dabei, hatte das Kraut selbst in den Händen gehalten und dann gekauft. Und ..."
    
    Plötzlich wurde er bleich.
    
    Taka wurde hellhörig.
    
    „Und dann?", fragte er spöttisch.
    
    Kazuki ließ einen Kraftausdruck los. Dann verneigte er sich zu Takas Überraschung.
    
    „Miyahara San, ich bitte um Verzeihung, euch zu unrecht eines Verbrechens beschuldigt zu haben."
    
    Mit allem Möglichen hatte Taka gerechnet, nicht jedoch, dass der Priester sich entschuldigen könnte. Trotzdem hätte er ihm dafür den Kopf abschlagen dürfen, und nicht einmal der General hätte dagegen Einspruch erheben können.
    
    Doch die Genugtuung, dass der Priester einen offensichtlichen, schweren Verlust erlitten hatte, ließ ihn Milde walten.
    
    „Kazuki, ich warne euch, in Zukunft mit solchen Beschuldigungen vorsichtiger zu sein. Ansonsten werde ich euren Kopf vom General fordern!"
    
    Der Angesprochene zuckte zusammen und verneigte sich noch tiefer.
    
    Zufrieden grunzend drehte sich Taka um und wollte hinaus gehen, als sein Blick in den Gang fiel, wo er den Trommler sah, der in den Wohnflügel des Hauses abbog. Wohnte der Musiker im Palast? Wohl kaum.
    
    Wo hatte er diesen Mann nur schon einmal gesehen? Taka beschloss, hinterherzugehen.
    
    * * *
    
    Kaum war die Miko aus dem Blickfeld verschwunden, als Yun ihr Lächeln aufgab. Stattdessen zeigten sich nun große ...
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